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19.12.2016

Apotheken sichern - Patientenschutz stärken

In einer heute veröffentlichten Erklärung schließt sich der Landesverband der Freien Berufe Land Brandenburg e.V. (LFB) der Forderung der Apothekerinnen und Apotheker an, den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in Deutschland zu verbieten.

In der Erklärung heißt es: „Eine Bonifizierung würde lediglich Fehlanreize zulasten der Solidargemeinschaft schaffen. Arzneimittel sind Güter besonderer Art. Der Patient, der Medikamente benötigt, befindet sich in einer Situation, die nichts mit klassischen Konsumentscheidungen zu tun hat. Freier Warenverkehr und unreglementierter Marktzugang hebeln somit die Gestaltungssouveränität des Gesetzgebers als auch die Honorarordnung eines freien Berufs aus.“
 
Damit argumentieren die Mitgliedsorganisationen des LFB mit der Auffassung vom „Arzneimittel als Ware besonderer Art“, das nicht für sonst übliche Marktmechanismen geeignet ist und sehen zudem den Subsidiaritätsgrundsatz, hinsichtlich der Gestaltung des Gesundheitswesens, verletzt.
 
Außerdem warnt der LFB ausdrücklich vor einem Domino-Effekt, der den Honorarsystematiken der Freien Berufe insgesamt drohen könnte: „Das EuGH-Urteil kann sich letztlich auf das hierzulande existierende professionelle Regulierungssystem der Freien Berufe insgesamt auswirken. Sollten die EU-Institutionen bei ihren Integrationsbestrebungen zukünftig ausschließlich ökonomische Aspekte in den Fokus nehmen, hätte dieses unabsehbare Folgen für die Berufszugangs- und Berufsausübungsregelungen aller Freien Berufe. Diese Regulierungen sind jedoch essentiell, sie garantieren Qualität und dienen dem Schutz derer, die die Dienste der Freien Berufe in Anspruch nehmen.“
 
Landesapothekerkammer und Apothekerverband Brandenburg weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Apothekerinnen und Apotheker für eine qualitative und qualifizierte und nicht für eine quantitative Versorgung stehen.
 
Apotheken werden mehrmals am Tag beliefert und können somit die benötigten Arzneimittel in den meisten Fällen am selben Tag bereitstellen. Sollte ein bestimmtes Medikament nicht lieferbar und durch ein anderes zu ersetzen sein, kann in den Apotheken vor Ort unmittelbar Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten und der Patient darüber informiert und aufgeklärt werden.
 
Zudem bleibt im Internet so ziemlich alles auf der Strecke, was die Kompetenz einer Apotheke ausmacht: Die persönliche Beratung durch qualifizierte und stetig fortgebildete Heilberufler, die kompetent und unmittelbar beraten und informieren und täglich im Nacht- und Notdienst für eine sichere Arzneimittelversorgung vor Ort sind. Das soll der Internetversand den Apotheken erst mal nachmachen.
 
Pressemitteilung des  Landesverbandes der Freien Berufe Land Brandenburg e.V. (LFB) 

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