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10.04.2015

Apotheken im Land Brandenburg stellten 2014 mehr als 238.000 Rezepturarzneimittel her

Im Jahr 2014 haben die öffentlichen Apotheken im Land Brandenburg 237.954 Rezepturen für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Das ergab eine aktuelle Auswertung von Verordnungen des vergangenen Jahres durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) in Berlin. Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass der Bedarf an patientenbezogenen Rezepturanfertigungen trotz Fertigarzneimitteln auf hohem Niveau besteht.

Insgesamt dürfte die Gesamtzahl aller in den Apotheken angefertigter Rezepturen noch deutlich höher liegen. Denn Anfertigungen auf direkte Nachfrage oder für Privatversicherte sind bei dieser Auswertung durch das DAPI nicht erfasst. Somit ist die Herstellung von Arzneimitteln in den öffentlichen Apotheken eine notwendige und wichtige Ergänzung zu den Fertigarzneimitteln der Pharmazeutischen Industrie. Bei gesondert in den Apotheken angefertigten Arzneimitteln wie z.B. Salben, Pulvern, Pasten oder Zäpfchen, Tabletten und Kapseln kann die Wirkstoffdosierung individuell für den Patienten angepasst werden. „Es gibt viele Fälle, in denen Rezepturarzneimittel unersetzlich sind", erläutert Olaf Behrendt, 2. Stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. (AVB). „Zum Beispiel wenn Kinder Medikamente in einer Dosis brauchen, für die es keine Fertigarzneimittel gibt, oder Hautärzte eine spezielle Salbe verordnen, die industriell gefertigt nicht zu bekommen ist."

Um Rezepturarzneimittel herstellen zu können unterhalten alle öffentlichen Apotheken ein Labor, dessen Ausstattung vom Gesetzgeber verbindlich vorgeschrieben ist. Neben den laufenden Kosten für den Laborunterhalt sind in den letzten Jahren durch angewachsene qualitätssichernde Herstellungs- und Dokumentationsanforderungen auch die Kosten für die Rezepturanfertigungen erheblich angestiegen. So ist seit 2012 u.a. vorgeschrieben, dass bei jeder einzelnen Rezeptur die Plausibilität der Verordnung von einer Apothekerin oder einem Apotheker überprüft und dokumentiert werden muss. „Bei der Herstellung einer Rezepturarznei entstehen ja nicht nur Kosten durch die gestiegenen Prüf- und Dokumentationspflichten beim Herstellungsprozess, sondern gut ausgebildetes und hoch qualifiziertes Fachpersonal stellt diese Salben, Zäpfchen oder Kapseln her", sagt Olaf Behrendt und ergänzt: „Handwerkliche Präzision und pharmazeutisches Fachwissen haben auch ihren Preis. Nur die Rezepturzuschläge sind seit Jahren nicht angepasst an diese Kostenentwicklung. Setzt man sämtliche Herstellungskosten ins Verhältnis zu den Kosten für ein individuell angefertigtes Arzneimittel, so liegt der Verdienst weit unter dem vieldiskutierten Mindestlohn. Das muss sich ändern, damit der Wert des Arzneimittels und das pharmazeutische Fachkönnen auch adäquat bezahlt wird."

Der Großteil der 237.954 maßgeschneiderten Medikamente für gesetzlich Versicherte entfiel 2014 mit 178.567 Anfertigungen auf die „allgemeinen Rezepturen" (wie z.B.: Salben, Emulsionen, aseptische Zubereitungen, Tabletten, Kapseln, u.a.m.), die in jeder öffentlichen Apotheke hergestellt werden. Den zweiten Teil mit 59.387 Arzneimitteln bilden die Spezialrezepturen. Das sind insbesondere Zytostatika-Zubereitungen für die Krebstherapie, Antibiotika- und Schmerzlösungen sowie Infusions- und Ernährungslösungen. Auch bei den Spezialrezepturen kann man davon ausgehen, dass tatsächlich mehr hergestellt wurden als in der Auswertung erfasst sind.

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