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07.06.2017

Tag der Apotheke am 7. Juni 2017

Derzeit gibt es gut 20.000 Apotheken in Deutschland. Mit 24 Apotheken auf 100.000 Einwohner liegt die Bundesrepublik zwar unter dem EU-Durchschnitt von 31, aber eine flächendeckende Versorgung zwischen Sylt und Bodensee wird gewährleistet.

Mit hohen Anforderungen an Erreichbarkeit, Kompetenz, Qualität und Service bedienen die Apotheken in Deutschland täglich 3,6 Millionen Patienten und geben jährlich 1,4 Milliarden Arzneimittel ab. Präsenzapotheken leisten jährlich 500.000 Nacht- und Notdienste und stellen 14 Millionen Standard- und Spezialrezepturen her, um Patienten rund um die Uhr individuell vor Ort zu versorgen. Und wenn der Patient nicht zur Apotheke kommen kann, kommt die Apotheke zum Patienten: Jeden Tag führen Apotheken im Land 250.000 Botendienste durch. Dabei wird im Gegensatz zum herkömmlichen Paketdienst nicht nur die sichere Zustellung direkt an den berechtigten Empfänger gewährleistet, sondern auch dessen Beratung durch pharmazeutisches Personal. Auch immobile Patienten, die nicht in der Apotheke betreut werden können, sind somit gut versorgt.
 
Infografik zu Apotheken 

Und Apothekerinnen und Apotheker tragen mit Präventionsdienstleistungen aktiv zum vorbeugenden Gesundheitserhalt der Bevölkerung bei. Das zeigen zumindest die Ergebnisse einer repräsentativen Meinungsumfrage im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zum ‚Tag der Apotheke‘ am 7. Juni 2017. Das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft hat dafür telefonisch 3415 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt. Die Ergebnisse wurden mit einer weitgehend identischen Umfrage aus dem Jahr 2008 verglichen.

Olaf Behrendt, 2. Stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Brandenburg schätzt das Vorsorgepotenzial der Apotheken auch deshalb hoch ein, weil die Umfrage hohe Vertrauens- und Zustimmungswerte in der Bevölkerung zeige: “Die Zufriedenheit mit dem Apothekensystem ist deutlich gestiegen. Im Jahr 2008 bewerteten 69 % der Menschen in Brandenburg das Apothekensystem mit ‚gut‘ oder ‚sehr gut‘. Mittlerweile liegt dieser Wert bei 84 %.“

Dass Gesundheitsberatung in den Apotheken an Relevanz gewinnt, zeigt das Beispiel Ernährungsberatung. Haben 2008 lediglich neun Prozent der Befragten mit einer Apothekerin oder einem Apotheker über das Thema Ernährung gesprochen, waren es aktuell vier Prozent mehr (13 %). „Das sind vergleichsweise geringe Zahlen“, so Behrendt, „aber es zeigt auf, dass immer häufiger Fragen zu einem gesunden Lebensstil in den Apotheken gestellt werden.“ Immerhin 27 % aller Befragten äußerten den Wunsch nach Vorsorgeangeboten in den Apotheken.

Eine große Rolle spielen sicherlich ein niederschwelliger Zugang zu den gesundheitsberatenden Angeboten in den Apotheken und eine verständliche Sprache der Beratung und Information. So sind 87 % der Apothekenkunden der Meinung, dass ‚mein/e Apotheker/in meine Fragen so beantwortet, dass ich es leicht verstehe‘.

Behrendt: „Insgesamt haben wir ein immer größer werdendes Gesundheitsbewusstsein in Brandenburg. Aber wir verzeichnen keine dynamischen Verbesserungen. Ich glaube, wir könnten das ändern, wenn wir das Potenzial der Apotheken in der Vorsorge stärker nutzen würden. Sie sind flächendeckend vor Ort und haben jedes Jahr bundesweit über eine Milliarde niedrigschwellige Patientenkontakte. Damit lässt sich gute Aufklärungsarbeit leisten und die Umfrageergebnisse unterstreichen das.“
 
Besonders gefragt sind dabei Angebote zu Ernährung, Bewegung und zum richtigen Umgang mit Medikamenten. Allerdings könnten Informationen und Angebote zur Gesundheitsvorsorge noch gesteigert werden, wenn die Rahmenbedingungen für Präventionsleistungen in den Apotheken besser wären:
  • Erstens müsste es eine saubere Rechtsgrundlage für Dienstleistungsverträge zwischen Apotheken und Krankenkassen im Sozialgesetzbuch geben.
  • Zweitens gehören Apotheken als Leistungserbringer in den ‚Leitfaden Prävention‘ der Krankenkassen.
  • Drittens muss die Vergütung von Präventionsleistungen geregelt werden.
Dabei muss natürlich der politische Wille vorhanden sein, die Apotheken in der Fläche zu erhalten. Und das wird nur gelingen, wenn die Politik den Folgen des EuGH-Urteils vom letzten Herbst konsequent Einhalt gebietet.
Da ausländische Versandhändler sich nicht mehr an die in Deutschland geltende Arzneimittelpreisbindung für rezeptpflichtige Arzneimittel halten müssen, ist es notwendig, den Versandhandel auf verschreibungsfreie Arzneimittel zu begrenzen. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat Bundesgesundheitsminister Gröhe bereits vorgelegt, ist aber am Widerstand des Koalitionspartners SPD gescheitert. Behrendt: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum eine Regelung, die in 21 der 28 EU-Mitgliedsstaaten angewendet wird, in Deutschland nicht umsetzbar sein sollte.“ 
 
Immerhin 58.745 Menschen haben sich in Brandenburg mit ihrer Unterschrift für den Erhalt und für den Schutz der wohnortnahen Apotheken zwischen Uckermark und Elbe-Elster ausgesprochen. Das ergab die Auswertung für die Unterschriftenaktion „Gesundheitssystem in Gefahr“, die zwischen Weihnachten 2016 und Ende Februar 2017 als Teil einer bundesweiten Aktion lief. In 311 Apotheken waren Unterschriftenlisten ausgelegt, um auch für die Zukunft eine sozial gerechte und wohnortnahe Arzneimittelversorgung bei der Politik einzufordern.

Grafik: ABDA

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