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Newsletter 1-2009
Spruch des Monats:
Gesundheit gibt es nicht im (Versand)Handel, sondern durch den Lebenswandel!
Sebastian Kneipp

1. Krankenkassen gaben 2008 mehr als 4,1 Milliarden Euro für Mehrwertsteuer auf Arzneimittel aus

Der volle Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel beschert dem Finanzminister Mehreinnahmen zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). So gaben die Kassen 2008 mehr als 4,1 Milliarden Euro für die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel aus. Würde - wie in vielen anderen europäischen Ländern - für Arzneimittel nur der ermäßigte Mehrwertsteuersatz in Höhe von hierzulande 7 Prozent erhoben, hätten die Kassen rund 2,6 Milliarden Euro an Ausgaben eingespart. Die gesetzlich Versicherten könnten somit um 0,2 bis 0,3 Beitragssatzpunkte entlastet werden. Das errechnete die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Eine Punktlandung gab es bei den Ausgaben für Arzneimittel: Krankenkassen und Ärzte hatten einen Anstieg in Höhe von 5,2 Prozent für 2008 vereinbart (ohne Impfstoffe). Die Aufwendungen wuchsen um 5,4 Prozent auf insgesamt 25,8 Milliarden Euro. Die Zahl der zu Lasten der GKV abgegebenen Packungen stieg um 2,9 Prozent auf 734 Millionen Packungen.

Gesundheitspolitisch gewünscht ist die Entwicklung bei den Impfstoffen: Die Kassen gaben 18,5 Prozent mehr als 2007 und damit insgesamt 1,4 Milliarden Euro für Impfstoffe aus. Deren Packungs-zahl schrumpfte um 6,5 Prozent auf ca. 5 Millionen Packungen. Im Frühjahr 2007 wurden neue Impfungen in den GKV-Pflichtleistungskatalog aufgenommen.

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2. Generika sind mehr denn je Rückgrat der Arzneimittelversorgung

Von Januar bis November 2008 hat die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland 9,144 Milliarden Euro allein dadurch eingespart, dass Generika statt der teureren patentfreien Erstanbieter-produkte von Ärzten verordnet und in Apotheken abgegeben wurden. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr konnten die Krankenkassen damit fast zehn Milliarden Euro (9,976 Milliarden) nur durch den Einsatz von Generika einsparen. In dieser Summe sind die Preisnachlässe, die aus Rabatt-verträgen resultieren, noch nicht einmal eingerechnet. Der Grund für die Rekordeinsparung liegt im deutlichen Preisunterschied zwischen Generika und patentfreien Erstanbieterprodukten. Kostete ein durchschnittliches Generikum im November in der Apotheke 19,03 Euro, musste die GKV für ein "Alt-Original" im Schnitt 43,02 Euro aufwenden. Das sind 126,1 Prozent mehr. In 85 von 100 Fällen haben die Ärzte bei patentfreien Wirkstoffen auf ein bewährtes und qualitativ hochwertiges Generikum zurückgegriffen. Generika bilden damit mehr denn je das Rückgrat der Arzneimittelversorgung. Rund zwei Drittel aller chronischen Krankheiten können mit diesen modernen und preiswerten Arzneimitteln nach dem neuesten Stand der Wissenschaft behandelt werden. Diese Zahlen gehen aus dem Marktdatenservice von Pro Generika hervor, den der Branchenverband ab sofort unter www.progenerika.de mit den aktualisierten Zahlen des Monats November 2008 bereithält. Die Daten basieren auf Berechnungen der unabhängigen Marktforschungsinstitute IMS HEALTH und INSIGHT Health.

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3. Kassen kassierten 1,7 Mrd. Euro Zuzahlungen für Arzneimittel - 2008 zahlten Versicherte 48 Mio. Euro mehr als im Vorjahr

Gesetzlich krankenversicherte Patienten mussten 1,674 Mrd. Euro im Jahr 2008 für ihre verordneten Arzneimittel zuzahlen. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erhielt somit 48 Mio. Euro mehr als im Jahr 2007. Damals betrug die Summe der geleisteten Arzneimittelzuzahlungen nur 1,626 Mrd. Euro. Dies berechnete die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. In Deutschland sind alle Apotheken grundsätzlich gesetzlich verpflichtet, die Zuzahlungen zugunsten der Kranken-kassen einzusammeln und an diese weiterzuleiten.

Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln muss jeder Patient 10 Prozent des Verkaufspreises zuzahlen. Mindestens sind es 5 Euro, höchstens 10 Euro. Der Zuzahlungsbetrag ist jedoch nie höher als die tatsächlichen Kosten des Präparats. Grundsätzlich gibt es vier Gründe, warum keine gesetzliche Zuzahlung fällig sein kann:

  • Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind immer befreit.
  • Ist die Belastungsgrenze von 2 Prozent des Jahresbruttoeinkommens (1 Prozent bei chronisch kranken Patienten) erreicht, können Versicherte einen Befreiungsantrag stellen. Ein Zuzahlungsbefreiungsrechner ist unter www.aponet.de zu finden.
  • Liegt der Preis eines Arzneimittels um 30 Prozent niedriger als der so genannte Festbetrag, ist die Aufnahme in die Zuzahlungsbefreiungsliste möglich. Diese Liste aller zuzahlungsbefreiten Arzneimittel ist unter www.aponet.de zu finden.
  • Je nach Krankenkasse können so genannte Rabattarzneimittel zur Hälfte oder komplett für die jeweiligen Versicherten dieser Krankenkasse von der Zuzahlung befreit werden.

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4. FREMD- UND MEHRBESITZVERBOT - Bundesregierung vertraut auf EuGH

Die Bundesregierung geht davon aus, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) das Fremdbesitzverbot für Apotheken bestätigen wird. Auch im laufenden Vertragsverletzungsverfahren zum Mehrbesitzverbot ist Berlin zuversichtlich. Änderungen am bestehenden Apothekensystem seien vor Verkündung des EuGH-Urteils nicht geplant. Diese seien nach dem eindeutigen Votum des Generalanwalts Yves Bot voraussichtlich auch nicht notwendig.

Neun von zehn Patienten unterstützen die Einschätzung des Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshof (EuGH), Yves Bot

Die Qualität der Arzneimittelabgabe steht demnach in engem Zusammenhang mit der Unabhängigkeit des Apothekers. Die Mehrheit der Verbraucher will die Beratung durch einen unabhängigen Apotheker, so eine repräsentative Telefonumfrage des Meinungsforschungsunternehmen infas bei 3.370 Erwachsenen, die die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am 16. Dezember veröffentlichte.

89 Prozent der Befragten brauchen für ein Vertrauensverhältnis zu ihrem Apotheker eine unabhängige Beratung, 91 Prozent das Wissen, dass der Apotheker von einem unpassenden Medikament abraten kann. "Die Verbraucher wissen: Wer wirtschaftlich abhängig ist, muss den Umsatz steigern - notfalls auf Kosten der Gesundheit. Das Abraten von einem unpassenden Präparat können sich Apotheker nur erlauben, wenn die heilberufliche Komponente die betriebswirtschaftliche überwiegt - und das ist nur bei einer inhabergeführten Apotheke möglich", erklärte der Geschäftsführer des Apothekerverbandes Brandenburg, Michael Klauß.

Anerkennung "freiberuflicher Prinzipien"

Auch der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) begrüßt die Stellungnahme von Generalanwalt Yves Bot zum Fremdbesitzverbot für Apotheken. "Seine Einschätzung spiegelt eine Anerkennung freiberuflicher Prinzipien, insbesondere der Unabhängigkeit und der Gemeinwohlverpflichtung wider", betonte BFB-Hauptgeschäftsführer Arno Metzler. Dies diene vor allem der Patientensicherheit im speziellen und dem Gesundheitsschutz im Allgemeinen.

Bot habe in seinen Ausführungen die Arzneimittelabgabe in engen Zusammenhang mit der Unabhängigkeit des Apothekers gestellt. "Die nun erfolgte Positionierung des Generalanwaltes birgt für alle Freien Berufe die Hoffnung, dass man in Luxemburg die Verbindung zwischen Regulierung und Öffentlichem Auftrag jetzt besser versteht."

"Freiberufliche Geschäftsmodelle wie beispielsweise die inhabergeführte Apotheke sind gelebter Verbraucherschutz", sagt auch Dr. Andrea Lorenz. Insbesondere vor dem Hintergrund der derzeitigen Finanzkrise, die vor allem große Konzerne betrifft, sei die Rückbesinnung auf die Werte der Freien Berufe wie Qualität, Unabhängigkeit und die persönliche Leistungserbringung der richtige Weg.

"Für das Frühjahr 2009 würde ich mir wünschen, dass der EuGH dem Schlussantrag des Generalanwalts folgt, denn dann würde der Gesundheitsschutz der deutschen Bevölkerung weiterhin an der Qualität gemessen und nicht von rein profitorientierten Konzernen abhängen", so Lorenz.

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5. Kassen starten 2009 mit 25.000 Rabattarzneimitteln - 20 Millionen Datensätze: Weiterhin hoher Erklärungsbedarf in Apotheken

Mit mehr als 25.000 Rabattarzneimitteln beginnen die gesetzlichen Krankenkassen ihre Einspar-bemühungen im Jahr 2009. Für die korrekte Zuordnung der vielen Rabattverträge zu den einzelnen Versicherten müssen derzeit mehr als 20 Millionen Datensätze in den Computern der Apotheken verarbeitet werden. Das berechnete die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Zudem ergibt sich in den Apotheken weiterhin ein Zusatzaufwand durch den hohen Erklärungsbedarf gegenüber den Patienten und die anspruchsvollere Logistik.

"Von Anfang an setzen die Apotheken die Rabattverträge konsequent in die Praxis um. Wir leisten somit unseren Beitrag, um die Ausgabensteigerungen zu dämpfen", sagt Michael Klauß, Geschäftsführer des Apothekerverbandes Brandenburg. "Im Gespräch mit den Kassen bemühen sich die Apotheker aber auch um patientenfreundliche Lösungen."

Die 21.500 Apotheken setzen die Rabattverträge seit April 2007 - dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes - konsequent um. Von Anfang an sorgen jedoch Erklärungsbedarf und Logistikprobleme für Zusatzaufwand, weil jede Kasse Verträge über bestimmte Wirkstoffe mit anderen Herstellern geschlossen hat. Rabattarzneimittel haben mitunter keinen Vorrang, z.B. wenn der Arzt den Austausch nicht erlaubt, in Nacht- und Notdiensten sowie bei pharmazeutischen Bedenken.

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6. Kurznachrichten

6.1. Kinder brauchen maßgefertigte Medikamente

Kinder brauchen Arzneimittel, die an das geringe Körpergewicht und andere Besonderheiten des kindlichen Organismus angepasst sind. Da industriell hergestellte Medikamente meist nicht in allen benötigten Dosierungen verfügbar sind, sind vom Apotheker individuell angefertigte Rezepturen in der Kinderheilkunde unersetzbar. Apotheker stellen für Kinder vor allem Kapseln und Säfte mit wasserausschwemmenden Arzneistoffen (Diuretika), Blutdrucksenkern, Hormonen und Gerinnungshemmern her. Zusätzlich fertigen sie individuelle Dermatika, wie Salben oder Cremes. Säfte und andere Flüssigkeiten mit stark wirksamen Inhaltsstoffen sollten auf keinen Fall mit Tee- oder Esslöffeln abgemessen werden. Auch kleine Dosierbecher oder -löffel sind oft zu ungenau. Am besten geeignet sind Dosierspritzen, mit denen Eltern und Pflegekräfte auch kleine Mengen genau abmessen können. Diese Hilfsmittel gibt es in jeder Apotheke.

"Rezepturen sind für Kinder unersetzbar. Zudem hat die Rezeptur Vorbildcharakter für die gute Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern. Der Arzt bestimmt den Wirkstoff und die Dosierung. Die Hilfsstoffe der Rezeptur wählen Arzt und Apotheker gemeinsam aus, damit sie die medizinischen und technologischen Ansprüche erfüllt. Der Apotheker fertigt die Rezeptur an und gibt den Eltern soweit nötig auf das Alter abgestimmte Dosierungshilfen mit", so Martina Klauß, zweite stellvertretende Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg. Seit September 2008 gibt es bereits ein Modellprojekt zur Zusammenarbeit von Hautärzten und Apothekern im Bereich der Rezeptur. Um die hohe Qualität zu sichern, unterhalten die Apotheker ein Laboratorium, das Mustervorschriften für individuelle Rezepturen weiterentwickelt.

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6.2. AOK-Rabattverträge starten voraussichtlich ab Juni 2009

Landessozialgericht bestätigt erneut AOK-Linie / Verträge sollen einheitlich im Juni starten

Die AOK hat nun eingeräumt, dass die Rabattverträge nicht wie geplant zum 1. März in Kraft treten werden. AOK-Verhandlungsführer Dr. Christopher Hermann spricht von einer "Verfahrens-verschleppung" seitens der Pharmaindustrie: "Der Start der Rabattverträge zum 1. März ist wegen des Taktierens einzelner Pharmaunternehmen daher leider nicht mehr möglich." Hermann geht nun von einer Umsetzung ab 1. Juni aus.

"Wir haben vorsorglich die Pharmaunternehmen gebeten, ihre Angebote bis zum 2 . Mai zu ver längern. Bis dahin werden die noch anhängigen Verfahren entschieden sein, so dass es dann endlich losgehen kann", sagte Hermann. Die Pharmafirmen hätten so genügend Zeit, sich auf die Produktion vorzubereiten. Bereits im September hatte die AOK den geplanten Starttermin der neuen Verträge von Anfang Januar auf den 1. März verschoben.

Doch die AOK ist in dieser Woche der Umsetzung der Rabattverträge einen weiteren Schritt näher gekommen: Das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg hatte am Dienstag der AOK ein rechtskonformes Ausschreibungsverfahren bescheinigt, teilte die Kasse mit. Der Senat habe in seiner Entscheidung die Nachprüfungsanträge des klagenden Pharmaunternehmens vollumfänglich abgewiesen. Vor dem LSG Baden-Württemberg seien damit alle Verfahren abschließend zu Gunsten der AOK entschieden.

Alle Nachprüfungsanträge bei der Vergabekammer des Bundes landen beim zuständigen LSG Essen. Hier hatte die AOK auch einen juristischen Rückschlag hinnehmen müssen: Das LSG hat der Kasse in einem Fall verboten, die Zuschläge vorab zu erteilen. Die Vergabekammer hatte dies auf Antrag der AOK zunächst gestattet.

Zumindest die Apotheker müssen sich erstmal keine Sorgen machen. Alles deutet auf eine neue Friedenspflicht hin. Derzeit erarbeite die AOK mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) "praktische Übergangslösungen im Sinne aller Beteiligten", sagte Hermann. Retaxationen soll es den Vernehmen nach nicht geben, bis sich die Verträge eingespielt haben.

"Wir begrüßen, dass in dieser Angelegenheit nun bald Ruhe einkehrt und sowohl Patienten als auch die Apotheken sich auf die neuen Rabattverträge einstellen können", sagt Klauß.

RABATTVERTRÄGE - 30.000 Euro Mehraufwand pro Apotheke

Die Rabattverträge belasten die Apotheken mit 650 Millionen Euro pro Jahr. Dies sei das Ergebnis einer Untersuchung zum Mehraufwand bei der Umsetzung der Aut idem-Regelung, sagte Monika Koch, Vorstandsmitglied im Deutschen Apothekerverband (DAV) und Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbandes. Heruntergebrochen auf 21.500 Apotheken verursachen die Rabattverträge damit in jeder Apotheke Zusatzkosten von 30.000 Euro.

Laut Koch sind in dieser Summe die zusätzlichen finanziellen Belastung wie Aufrüstung der EDV noch gar nicht inbegriffen. In ihrer eigenen Apotheke habe sie wegen des gestiegenen Beratungs-aufwandes sogar einen zusätzlichen Arbeitsplatz eingerichtet, berichtete Koch bei einer Diskussions-veranstaltung des Branchenverbandes Pro Generika am Mittwoch in Berlin.

In den Verhandlungen um eine mögliche Absenkung des Kassenabschlags hatten DAV und Kassen zunächst darüber diskutiert, die Apotheken für ihren Aufwand bei der Umsetzung der Rabattverträge zu entlasten. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hatte dies dem Vernehmen nach abgelehnt; Kassen mit Rabattvertrag sollten Einzelfallregelungen prüfen.

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6.3. OTC-UMSÄTZE - 8000 Euro weniger pro Apotheke

Die deutschen Apotheken haben im vergangenen Jahr 175 Millionen Euro an Umsatz im Bereich der Selbstmedikation mit OTC-Produkten verloren. Das sind rein rechnerisch mehr als 8000 Euro pro Apotheke. Der 4-prozentige Rückgang in diesem Segment belegt aktuellen Zahlen des Markt-forschungsinstituts AC Nielsen zufolge einen anhaltenden Negativtrend.

Insgesamt lag der Umsatz im Bereich der Selbstmedikation bei 4,9 Milliarden Euro, das sind 13 Prozent des Gesamtumsatzes der Apotheken in Höhe von 36,8 Milliarden Euro. Bezogen auf die insgesamt knapp 1,5 Milliarden abgegebenen Packungen liegt der Anteil der OTC-Selbstmedikation mit 653 Millionen Einheiten bei 45 Prozent.

Die Apothekenmitarbeiter haben im vergangenen Jahr 27 Millionen OTC-Packungen weniger auf Kundenwunsch abgegeben als 2007. Dem Umsatzminus lag also in erster Linie ein Absatzrückgang zugrunde. Die Packung kostete im Durchschnitt 7,50 Euro, unwesentlich mehr als im Vorjahr.

Ob die Verbraucher 2008 tatsächlich weniger OTC-Produkte gekauft haben oder andere Bezugswege nutzten, lässt sich aus den Nielsen-Zahlen nicht ablesen: Denn der Bereich der Versandapotheken, der im vergangenen Jahr mit den "Pick up"-Modellen von dm und Schlecker neuen Auftrieb erhalten hatte, wurde von den Marktforschern nicht berücksichtigt. Drogerie- und Supermärkte konnten im Bereich der nichtapothekenpflichtigen OTC-Produkte jedenfalls keine Punkte gewinnen: Laut Nielsen stagnierte der Umsatz bei rund einer Milliarde Euro; gleichzeitig sank der Absatz um 2,3 Prozent auf 509 Millionen Einheiten. Die durchschnittliche Packung ist damit etwas teurer geworden und liegt bei zwei Euro.

Dass in den Apotheken im vergangenen Jahr insgesamt trotzdem 2 Prozent mehr umgesetzt wurden als 2007 liegt vor allem an den ärztlichen Verordnungen. Zu Lasten der Krankenkassen wurden 566 Millionen Packungen rezeptpflichtiger Arzneimittel im Gesamtwert von 25,4 Milliarden Euro abgegeben. Das entspricht einem Mehrumsatz von 3,8 Prozent und einem Absatzplus von 2,2 Prozent.

68 Millionen OTC-Packungen im Wert von 655 Millionen Euro wurden zu Lasten der GKV verordnet, etwas weniger als im Vorjahr. Damit liegt der Umsatzanteil der GKV insgesamt bei rund 70 Prozent.

Zu Lasten der PKV wurden wie im Vorjahr rund 93 Millionen Packungen Rx-Medikamente im Wert von 4,3 Milliarden Euro sowie 64 Millionen OTC-Einheiten im Wert von 750 Millionen Euro verordnet. Zusammen gehen damit 14 Prozent des Gesamtumsatzes der Apotheken zu Lasten der PKV.

In den OTC-Markt könnte mit der geplanten Entlassung Omeprazol-, Sumatriptan- und Orlistathaltiger Medikamente aus der Verschreibungspflicht neue Bewegung kommen.

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6.4. Arzneimittelkommission der Apotheker erhöht Sicherheit für Patienten

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) leistete auch im vergangenen Jahr einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Anwendung von Arzneimitteln. Dies verdeutlichen die knapp 6.700 bearbeiteten Meldungen zu Arzneimitteln und Medizinprodukten aus öffentlichen und Krankenhausapotheken. "Das Zusammenspiel zwischen uns als Arzneimittelkommission und den Apotheken ist ein ausgezeichnetes Instrument für die Patienten- und Arzneimitteltherapiesicherheit. Potentielle Gefahren können schnell erkannt und entsprechende Maßnahmen effektiv eingeleitet werden", so Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK.

Die Beanstandungen betrafen unter anderem Meldungen zu Nebenwirkungen und Missbrauch (25 Prozent), die Verpackung (30 Prozent) und Mängel an der Zubereitung von Arzneimitteln (23 Prozent). Auf Veranlassung der AMK untersuchte das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker eingesandte Beanstandungen in mehr als 1.000 Fällen. Bei 297 schwerwiegenden Meldungen informierte die AMK zudem die zuständige Überwachungsbehörde, die weitergehende Maßnahmen, wie beispielsweise die Kontrolle des Herstellerbetriebs, vornehmen konnte.

Diese Pressemitteilung und weitere Informationen finden Sie auch unter www.abda.de.
Mehr zur AMK unter www.arzneimittelkommission.info

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Aktuelles

25.09.2017
Mitgliederversammlung wählte Olaf Behrendt zum Vorsitzenden
Die 35. Mitgliederversammlung des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. (AVB) hat am Sonnabend in Nauen einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender des brandenburgischen Apothekerverbandes ist seit dem 23.09.2017 Olaf Behrendt, Kurfürsten-Apotheke in
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07.06.2017
Tag der Apotheke am 7. Juni 2017
Derzeit gibt es gut 20.000 Apotheken in Deutschland. Mit 24 Apotheken auf 100.000 Einwohner liegt die Bundesrepublik zwar unter dem EU-Durchschnitt von 31, aber eine flächendeckende Versorgung zwischen Sylt und Bodensee wird gewährleistet.
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31.03.2017
Apotheker kritisieren Blockadehaltung der Bundes-SPD im Koalitionsausschuss
Der Apothekerverband Brandenburg e.V. (AVB) stellt sich die Frage, welche Interessen die Bundes-SPD mit ihrer Blockadehaltung beim Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eigentlich vertritt. Im Verhandlungsmarathon des Koalitions
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23.12.2016
Apotheken sind immer für Sie da: Dank Nacht- und Notdienst rund um die Uhr – auch an Feiertagen
Die Dienstbereitschaft einer Notdienst-Apotheke dauert grundsätzlich 24 Stunden. Zu den Feiertagen und in den Weihnachtsferien ist die Erreichbarkeit einer Notdienstapotheke zu Hause oder unterwegs besonders wichtig.
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19.12.2016
Apotheken sichern - Patientenschutz stärken
Die Apothekerinnen und Apotheker begrüßen die gemeinsame Position zum Versandhandelsverbot verschreibungspflichtiger Arzneimittel mit dem Landesverband der Freien Berufe Land Brandenburg e.V.
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