Apotheke im Pankemarkt in Panketal Einhorn-Apotheke in Potsdam Linden-Apotheke in Sonnewalde Apotheken-Logo
Sonderausgabe Newsletter

Die Schweinegrippe-Impfung

Während immer mehr Patientinnen und Patienten bereit sind, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen, kämpft der Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) mit Produktionsproblemen. Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler hat die Angelegenheit zur Chefsache erklärt und verbindliche Zusagen erwirkt. Denn bislang können viele Apotheken, die an der Verteilung des Impfstoffs beteiligt sind, die Nachfrage der Ärzte nicht bedienen.

Die Organisation der Logistik ist Ländersache; entsprechend unterschiedlich sehen die Liefervereinbarungen im gesamten Bundesgebiet aus. Doch egal, ob nur eine einzige Apotheke für die Verteilung zuständig ist, ob so genannte Bezugsapotheken von den Ministerien ausgewählt wurden oder ob alle Apotheken wie im Land Brandenburg einbezogen sind - derzeit sind an vielen Stellen die Kühlschränke leer. Daher müssen die Apotheken flexibel reagieren und den noch vorhandenen Impfstoff untereinander aufteilen.

[ Zum Seitenanfang ]

1. Apotheken bekommen 23 bis 70 Cent pro Dosis

In 13 von 16 Bundesländern sind Apotheken an der Verteilung des Schweinegrippeimpfstoffes Pandemrix beteiligt. Nicht nur die Art der Logistik unterscheidet sich in den einzelnen Ländern erheblich. Auch Vergütung und Abrechnung variieren von Land zu Land. So erhalten die Apothekerinnen und Apotheker im Land Brandenburg mit 2,30 Euro pro Impfset, bestehend aus einer Ampulle mit zehn Dosen und dem nötigen Zubehör, eine Vergütung am unteren Rand der bundesweiten Vergütungsskala. Die Höhe der Vergütung für Bestellung, Kühllagerung, Dokumentation und Auslieferung habe aber nicht die primäre Rolle gespielt, erklärt die Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg, Dr. Andrea Lorenz. Vielmehr sei die flächendeckende Versorgung durch alle brandenburgischen Apotheken das große Plus des in Brandenburg zwischen Land und Apothekerorganisationen bestehenden Versorgungsvertrages. "Die Apotheker nehmen ihre Verantwortung als Arzneimittelfachleute auch in dieser Pandemiesituation wahr", sagt die Verbandsvorsitzende.

[ Zum Seitenanfang ]

2. Hersteller einzelt für Apotheken aus

In Brandenburg verteilen alle Apotheken zwar den Impfstoff gegen die Schweine-grippe. Für das Auseinzeln sind sie aber nicht zuständig: Die Kartons mit jeweils 500 Impfdosen packt der Arzneimittelhersteller Haemato Pharm, eine Tochter der "Mittelständischen Pharma Holding" aus Berlin, um. Dies sei als Service für die Apotheken gedacht, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Den Pharmazeuten werde so Arbeit abgenommen.

Der Apothekerverband hat für die Auseinzelung durch den Hersteller Verständnis: "Nicht jede Apotheke kann eine 500er Packung Impfstoff erhalten", sagte der Geschäftsführer des Apothekerverbands, Michael Klauß. Durch die zentrale Auseinzelung werde eine flächendeckende Versorgung möglich.

Mehr als 1,5 Millionen Impfdosen wird der Hersteller für die Apotheken in kleinere Pakete packen. Die ersten Lieferungen sind Mitte November eingetroffen. Denn zunächst werden die Risikogruppen bei den Gesundheitsämtern geimpft - und für deren Belieferung sind die Apotheken nicht zuständig.

Die restliche Bevölkerung kann sich anschließend bei allen niedergelassenen Ärzten im Land Brandenburg impfen lassen. Dann erhalten die Apotheken für Lagerung und Auslieferung an die Ärzte ein Honorar von 23 Cent pro Dosis.

[ Zum Seitenanfang ]

3. Behörde: Hände weg von Internet-Grippemitteln

Vor gefälschten und nutzlosen Schweinegrippe-Medikamenten aus dem Internet hat das zuständige Bundesinstitut gewarnt. Im Netz gebe es Anbieter, die verschreibungspflichtige Arzneimittel wie Tamiflu ohne Vorlage eines Rezeptes vertrieben, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn mit. "In diesen Fällen ist mit einiger Wahrscheinlichkeit mit dem Verkauf von gefälschter Ware zu rechnen", sagte BfArM-Leiter Prof. Johannes Löwer.

Gefälschte Arzneimittel enthalten nach Angaben der Bundesbehörde häufig keinen Wirkstoff oder sind wegen ihrer mangelnden Qualität und giftiger Inhaltsstoffe gesundheitsschädlich. Im Falle von antiviralen Arzneimitteln wie Tamiflu könnte ein zu niedrig dosierter Wirkstoff zu einer Resistenz des Grippevirus führen. Das BfArM warnte auch vor "ominösen Produkten" wie Cystus 052 Infektblocker, die weder als Arzneimittel geprüft noch zugelassen seien. Cystus-Hersteller Dr. Pandalis Urheimische Medizin kündigte daraufhin gerichtliche Schritte an. Cystus 052 sei ein Medizinprodukt und müsse daher nicht als Arzneimittel geprüft werden.

Der Berufsverband der Frauenärzte rief Schwangere angesichts der Schweinegrippe zu Vorsichtsmaßnahmen auf. Sie sollten auf Reisen, den Besuch von Massenveranstaltungen sowie aufs Küssen und Händeschütteln verzichten, sagte der Impfexperte des Verbandes, Michael Wojcinski, in einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Wojcinski warnte gleichwohl vor Panikmache: "Es gibt derzeit keinen Grund, sich große Ängste zu machen." Im Falle einer Erkrankung habe sich das Medikament Tamiflu auch bei Schwangeren als sehr erfolgreich erwiesen; es mildere den Verlauf und füge dem Fötus keinen Schaden zu.

[ Zum Seitenanfang ]

4. Nebenwirkungen an Arzt oder Apotheker melden

Wer sich in den kommenden Wochen gegen die so genannte Schweinegrippe (Neue Grippe) impfen lässt, sollte seinen Arzt oder Apotheker über mögliche Nebenwirkungen informieren. Dies gilt besonders für Patientengruppen wie Kleinkinder und Schwangere. "Soweit wir derzeit wissen, ist die Impfung gut verträglich. Um seltene Nebenwirkungen zu entdecken, bitten wir alle Patienten, ihren Arzt oder Apotheker über beobachtete Nebenwirkungen zu informieren", so Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Auch bereits bekannte unerwünschte Wirkungen sollen gemeldet werden, damit deren Häufigkeit oder Schweregrad künftig besser eingeschätzt werden können. Apotheken melden dann die Verdachtsfälle an die Geschäftsstelle der AMK, die eng mit den zuständigen Bundesoberbehörden zusammenarbeitet. Die aktuelle Fachinformation des Impfstoffs Pandemrix(r) nennt unter anderem folgende unerwünschte Wirkungen: Schmerzen, Rötung und Hautreaktionen an der Injektionsstelle, Juckreiz, Durchfall, Erbrechen und Übelkeit, Bauchschmerzen, verstärkte Schweißsekretion, Fieber, Mattigkeit und grippeähnliche Beschwerden.

[ Zum Seitenanfang ]


HINWEISE FÜR APOTHEKENKUNDEN BEI EINER INFLUENZA-PANDEMIE

Diese Hinweise geben Ihnen grundsätzliche Informationen zur Influenzaerkrankung, zu Verhaltensregeln und zu Maßnahmen, durch die Sie das Infektionsrisiko für sich und andere vermindern können.

ÜBERTRAGUNGSWEGE

Die Übertragung der Influenzaviren zwischen Menschen erfolgt durch Speicheltröpfchen beim Atmen, Husten oder Niesen. Eine Übertragung ist auch über verunreinigte Oberflächen, z. B. Türgriffe, Arbeitsflächen, Treppengeländer, Spielzeug, Telefonhörer oder über die Hände möglich. Das Ansteckungsrisiko ist besonders hoch, wenn Menschen in größerer Zahl auf engem Raum versammelt sind, z. B. bei Veranstaltungen (Sport, Theater, Konzerte), im Kino, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Kaufhäusern. Infektion und Ansteckungsfähigkeit können bereits 24 Stunden vor dem Auftreten der ersten Symptome vorliegen. Erwachsene können in der Regel bis fünf Tage, Kinder bis über 7 Tage nach dem Beginn erster Symptome ansteckend sein. Die Erkrankung kann bei komplikationslosem Verlauf etwa 1 Woche andauern.

SYMPTOME DIESER ERKRANKUNG SIND VOR ALLEM

  • plötzlicher, schlagartiger Krankheitsbeginn und
  • hohes Fieber (über 38,5 Grad Celsius),
  • Schüttelfrost,
  • trockener Husten, Atemnot,
  • Muskel-, Gelenkschmerzen oder Kopfschmerzen,
  • Schwindelgefühl,
  • gelegentlich Durchfall und/oder Erbrechen.

VERHALTENSREGELN ZUR VERMEIDUNG EINER ANSTECKUNG

Durch einfache Hygienemaßnahmen können Sie das Risiko vermindern, sich oder andere anzustecken:
  • Vermeiden Sie Menschenansammlungen und den engen Kontakt zu anderen Menschen.
  • Halten Sie mindestens zwei Meter Abstand zu anderen - so schützen Sie sich und andere.
  • Vermeiden Sie es, andere anzuhusten oder anzuniesen.
    Husten Sie nicht in die Hand, sondern in ein Einmaltaschentuch, ggf. in Ihren Ärmel.
    Halten Sie beim Husten größtmöglichen Abstand zu anderen und wenden Sie sich von Ihrem Gegenüber ab.
  • Benutzen Sie Einmaltaschentücher und entsorgen Sie diese möglichst sofort nach einmaliger Benutzung in dicht schließenden Müllbehältern.
  • Vermeiden Sie Händekontakt!
  • Vermeiden Sie Berührungen von Augen, Nase oder Mund.
  • Waschen Sie sich oft und gründlich die Hände (z. B. nach Personenkontakt, Benutzung von Sanitäreinrichtungen, vor dem Essen). Verreiben Sie dazu die Seife 20 bis 30 Sekunden zwischen den Fingern!
  • Lüften Sie Räume mehrmals täglich mindestens 10 Minuten.

VERHALTENSREGELN IM ERKRANKUNGSFALL

Wenn Sie erkrankt sind, bleiben Sie zu Hause und kontaktieren Sie Ihren Arzt unbedingt zunächst telefonisch.
Informieren Sie sich über möglicherweise gesonderte Sprechstundenzeiten für Influenza-Erkrankte.
Im Erkrankungsfall wird Ihr Arzt möglicherweise einen Krankenhausaufenthalt empfehlen - zur Behandlung und um zu verhindern, dass weitere Personen infiziert werden. Sollte dies nicht möglich sein, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise:

  • Reduzieren Sie Kontakte zu anderen Personen soweit wie möglich. Halten Sie Abstand und verzichten Sie auf körperliche Nähe wie Umarmungen, Küsse usw.
  • Schlafen Sie in einem separaten Raum.
  • Tragen Sie bei Kontakten mit anderen Menschen (Haushalts- oder Familienangehörige, Arztbesuch) einen Mund-Nasenschutz.
  • Vermeiden Sie soweit möglich jeglichen Kontakt zu Säuglingen, Kindern, älteren Menschen oder Personen mit schweren chronischen Erkrankungen.
  • Halten Sie Bettruhe ein, trinken Sie viel Flüssigkeit und vermeiden Sie körperliche Tätigkeit.

VERHALTENSREGELN FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE

  • Schützen Sie sich bei der Pflege Influenza-Erkrankter durch das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske.
  • Waschen Sie sich nach Kontakt mit erkrankten Personen gründlich die Hände!
  • Entsorgen Sie Einmaltaschentücher sicher in dicht schließenden Müllbehältern (Entsorgung in verschlossenen Plastiksäcken).
  • Sorgen Sie für eine regelmäßige und gründliche Haushaltsreinigung speziell aller Handkontaktflächen (Sanitäreinrichtungen, Türgriffe, Telefonhörer usw.)
  • Achten Sie auf gesondertes Ess- und Trinkgeschirr und Handtücher für den/die Erkrankten.
  • Lüften Sie die Wohnung mehrmals täglich für ca. 10 Minuten.

Aktuelles

25.09.2017
Mitgliederversammlung wählte Olaf Behrendt zum Vorsitzenden
Die 35. Mitgliederversammlung des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. (AVB) hat am Sonnabend in Nauen einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender des brandenburgischen Apothekerverbandes ist seit dem 23.09.2017 Olaf Behrendt, Kurfürsten-Apotheke in
mehr...

07.06.2017
Tag der Apotheke am 7. Juni 2017
Derzeit gibt es gut 20.000 Apotheken in Deutschland. Mit 24 Apotheken auf 100.000 Einwohner liegt die Bundesrepublik zwar unter dem EU-Durchschnitt von 31, aber eine flächendeckende Versorgung zwischen Sylt und Bodensee wird gewährleistet.
mehr...

31.03.2017
Apotheker kritisieren Blockadehaltung der Bundes-SPD im Koalitionsausschuss
Der Apothekerverband Brandenburg e.V. (AVB) stellt sich die Frage, welche Interessen die Bundes-SPD mit ihrer Blockadehaltung beim Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eigentlich vertritt. Im Verhandlungsmarathon des Koalitions
mehr...

23.12.2016
Apotheken sind immer für Sie da: Dank Nacht- und Notdienst rund um die Uhr – auch an Feiertagen
Die Dienstbereitschaft einer Notdienst-Apotheke dauert grundsätzlich 24 Stunden. Zu den Feiertagen und in den Weihnachtsferien ist die Erreichbarkeit einer Notdienstapotheke zu Hause oder unterwegs besonders wichtig.
mehr...

19.12.2016
Apotheken sichern - Patientenschutz stärken
Die Apothekerinnen und Apotheker begrüßen die gemeinsame Position zum Versandhandelsverbot verschreibungspflichtiger Arzneimittel mit dem Landesverband der Freien Berufe Land Brandenburg e.V.
mehr...