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Newsletter 3-2010
Spruch des Monats:

Jeder Mitarbeiter sollte ein Qualitäter sein.


Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger, (*1939), deutscher Chemiker, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker und Mitglied in den Senaten der Max-Planck-Gesellschaft sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Mitglied der Enquete-Kommission für Gen-technik des Deutschen Bundestages, wurde für sein Engagement mit dem Bundesverdienst-kreuz ausgezeichnet
Quelle : »Im Labyrinth der Gedanken«, 2005

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1. 20 Jahre Apothekerverband Brandenburg: Die Gründung des Verbandes im Jahr 1990 wurde am 25. September 2010 mit einem Festakt in Potsdam gefeiert

Vor zwanzig Jahren, am 25. September 1990, wurde der Apothekerverband Brandenburg von vierzehn weitsichtigen und mutigen Apothekern und Apothekerinnen in Cottbus gegründet. Dies war Anlass im Rahmen einer Festveranstaltung in Potsdam eine erfolgreiche Verbandsarbeit, die die heutige Versorgung mit Arzneimitteln im Land Brandenburg erst möglich gemacht hat, zu würdigen.

92 Prozent aller Apothekeninhaber im Land Brandenburg sind Mitglied in dieser freiwilligen Organisation der selbständigen Offizinapotheker und vertrauen der Kompetenz des Apothekerverbandes Brandenburg e. V.
Die vergangenen Jahre brachten gravierende Veränderungen, neue Aufgaben und schwierige Herausforderungen, die von jedem Apothekeninhaber sowie seinem wirtschaftlichen Interessenvertreter - dem Apothekerverband Brandenburg e. V. - zu meistern waren.

Während das erste Jahrzehnt der Verbandsgeschichte durch die Schaffung personell und sachlich stabiler Strukturen geprägt wurde, stand das zweite Jahrzehnt der Verbandsgeschichte unter der Führung der Vorsitzenden Dr. Andrea Lorenz im Zeichen weiterer Veränderungen durch die Gesundheitspolitik und einer konsequenten und kontinuierlichen Verbandsarbeit auf verschiedenen Ebenen.

„Ein unverzichtbares Element in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung bleiben die Apothekerinnen und Apotheker in der eigenen Apotheke. Durch ihr Wirken stellen sie die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicher," betont Dr. Andrea Lorenz. „Sie stehen für Sicherheit und Versorgungsqualität vor Ort. Hier finden die Menschen zuverlässige Ansprechpartner in Gesundheitsfragen, auf deren fachkundige Beratung sie sich verlassen können," sagt auch der erste stellvertretende Vorsitzende Frank Fürstenberg. Dies gilt es immer wieder den wichtigsten Marktpartnern der Apotheker, den gesetzlichen Krankenkassen, als auch den Vertretern der Politik zu vermitteln. So hat sich in den vergangenen Jahren die Vorstandstätigkeit dahingehend verändert, dass neben der schwerpunktmäßigen wirtschaftlichen Interessenvertretung der Mitglieder immer mehr eine überzeugende berufspolitische Interessenvertretung gegenüber den politischen Vertretern im Land und im Bund gefordert ist.

Zur Jubiläumsfeier konnten neben den Mitgliedern des Verbandes auch Staatssekretär für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Dr. Daniel Rühmkorf aus Potsdam, der Ehrenvorsitzende des Verbandes Dr. Hans Dobbert sowie der Vorsitzende des
Deutschen Apothekerverbandes e.V (DAV) Fritz Becker begrüßt werden.

Um das Engagement auch der Brandenburger Apotheker für den Behindertensport zu unterstreichen, wurde dem Behinderten-Fußballverein der Gronenfelder Werkstätten aus Frankfurt/Oder ein Scheck über 2 000 Euro überreicht. Das Geld soll dem weiteren Ausbau der Aktivitäten des Vereins zu Gute kommen.

 

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2. „Raubbau an Apotheken sehen wir nicht tatenlos zu" DAV-Vorsitzender Becker eröffnete EXPOPHARM mit Appell an Politik

Die unverhältnismäßigen Belastungen der Apotheken durch das geplante Arzneimittel-marktneuordnungsgesetz (AMNOG) lehnen die Apotheker entschieden ab.
Die Bundesregierung plant eine Änderung bei der Vergütung des pharmazeutischen Groß-handels. In Deutschland kontrollieren fünf Unternehmen rund 90 Prozent des Arzneimittel-handels. Der Großhandelsverband Phagro hat angekündigt, die Belastungen durch die Um-stellung und Honorarkappung vollumfänglich an die Apotheken weiterzugeben.
„Einem derart unverhältnismäßigen Raubbau an den Apotheken sehen wir nicht tatenlos zu", sagte Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes, anlässlich der Eröffnung der internationalen pharmazeutischen Fachmesse EXPOPHARM, die parallel zum Deutschen Apothekertag vom 7. bis 9. Oktober 2010 in München stattfand. Mit Bezug zur derzeit im Gesetzgebungsverfahren diskutierten Umstellung der Großhandelsvergütung sagte Becker: „Den Apotheken würden jährlich weit über 500 Millionen Euro genommen. Das sind mehr als 23.000 Euro pro Apotheke. Hier wird der Bogen mehr als überspannt."
Der DAV-Vorsitzende kommentierte auch das Einsparvolumen gegenüber Ärzten, Zahn-ärzten und Kassen. Im Gegensatz zu Ärzten und Zahnärzten werde bei den Apotheken „nicht lediglich die Ertragszunahme beschränkt, sondern der Ertrag drastisch gekürzt", sagte Becker. „Nach wie vor gibt die Gesetzliche Krankenversicherung mehr Geld für die Mehr-wertsteuer auf Arzneimittel aus als für die Leistungen der Apotheken."
Die GKV werde zudem durch falsche Berechnungen stärker entlastet als politisch gewollt: „Während der Gesetzentwurf 340 Millionen Euro für die GKV prognostiziert, ist tatsächlich von Einsparungen in der Höhe von 630 Millionen Euro auszugehen."

Die im AMNOG-Gesetzentwurf geplante Kürzung der Großhandelsspanne könne ihren Zweck nicht erfüllen, sagt auch die Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg, Dr. Andrea Lorenz: „Eine derartige Ausgestaltung führt unweigerlich zu einer Marktbereinigung zulasten der kleineren Großhandlungen und damit mittelfristig zum Oligopol. Damit wird den wenigen großen, international tätigen Konzernen in die Hände gespielt." Sie fügt hinzu: „Wenn die Großhandelszuschläge tatsächlich umgestellt werden sollen, dann kann das nur geschehen, wenn die Umstellung aufkommensneutral ist. Alles andere ist mit den Apothekern in Brandenburg nicht zu machen."

Dramatische Folgen durch 500-Millionen-Euro-Belastung:
Viele Apotheken sind konkret bedroht

Apothekenschließungen, Ausdünnung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung und die Macht der Pharmahandelskonzerne sind einige der Befürchtungen, die im Rahmen des Deutschen Apothekertages geäußert wurden. Michael Klauß, Geschäftsführer des Apothekerverbandes Brandenburg sagt: „Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz AMNOG der Bundesregierung führt zu einer Belastung der Apotheken von jährlich 500 Millionen Euro. Die brandenburgischen Apotheken fühlen sich von der Gesundheitspolitik unfair behandelt und befürchten das Schlimmste. Dieses Gesetz wird dramatischste Auswirkungen auf die komplette Versorgung haben."
Klauß fordert von der Bundesregierung, das Gesetz zu überdenken. Es bestehe die Gefahr, dass in Zukunft Pharmahandelskonzerne die Versorgung kontrollieren würden.
Michael Klauß befürchtet: „Dann haben wir eine ähnliche Situation wie in der Energieversorgung. Die breit gefächerte Versorgungsstruktur der Apotheken würde zerstört, Konzerne würden die Versorgung auf allen Ebenen kontrollieren. Es würde teurer und schlechter. Die Politik muss einlenken."
Während des Deutschen Apothekertages in München haben die Apotheken ihre gerade ge-startete Kampagne „Stoppt den Raubbau an der Apotheke!" intensiviert und ausgeweitet. „Viele Apotheken sind konkret bedroht, die hochwertige und sichere Arzneimittelversorgung der Bevölkerung gerät in Gefahr. Dagegen wehren wir uns. Denn das wollen die Menschen nicht, das wollen wir nicht und wir können uns nicht vorstellen, dass die Politik das will", sagt Klauß.

Treuhand: Apotheken verlieren 17 Prozent Ertrag

Auch nach den Berechnungen der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover könnte es für viele Apotheken eng werden: So verliert eine typische Apotheke wegen der vorgesehenen Umstellung der Großhandelsspanne 2011 fast 17 Prozent beim Betriebs-ergebnis vor Steuern. „Viele Apotheken werden in eine Klasse rutschen, in der es dem In-haber nicht mehr möglich sein wird, seine Familie zu ernähren", sagte Dr. Frank Diener, Ge-neralbevollmächtigter der Treuhand.

Das Betriebsergebnis fällt nach diesen Zahlen auf 61.000 Euro, nach rund 73.000 Euro im laufenden Jahr. Zwar steigen die Netto-Umsatzerlöse 2011 demnach um 2 Prozent auf 1,3 Millionen Euro. Doch der Rohertrag geht nach der Hochrechnung um 1,7 Prozent auf 330.000 Euro zurück. Bei einem erwarteten Anstieg der Personalkosten von 3,8 Prozent bleiben der Apotheke unter dem Strich 12.000 Euro weniger.

Wie stark jede einzelne Apotheke betroffen sein wird, hänge von unterschiedlichen Faktoren wie Rx- (Rezeptanteil) und Hochpreisanteil, der Direktbezugsquote und den Personalkosten ab. Bei letzteren sieht Olaf Behrendt, Mitglied des Vorstandes des Apothekerverbandes Brandenburg, kaum Möglichkeiten für weitere Sparmaßnahmen: „Das Arbeitsvolumen wird sich nicht verringern. Apotheken, die heute effizient arbeiten, werden Probleme haben,
Personal abzubauen."

Schon heute schreiben nach den Zahlen der Treuhand rund 7 Prozent der Apotheken Ver-luste. Das sind fast 1500 Betriebe. 27 Prozent der Apotheken erwirtschaften ein Betriebs-ergebnis von weniger 50.000 Euro. „Hier verdient der Inhaber also erheblich weniger als ein angestellter Apotheker", so Behrendt. .

Wie viele Apotheken wegen der Maßnahmen im Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) im Land Brandenburg tatsächlich schließen müssten, darüber möchte Behrendt nicht spekulieren. Sicher sei aber, dass sich die Betriebsergebnisse weiter verschlechtern würden.
Für die Hochrechnung hat die Treuhand die Zahlen der eigenen 3500 Kunden heran-gezogen.

Apotheken-Angestellte kritisieren AMNOG

Das geplante Arzneimittelmarkt- Neuordnungsgesetz (AMNOG) stößt auch bei den Ange-stellten der Apotheken auf große Kritik. Das erklärte die Vorsitzende der Apothekenge-werkschaft ADEXA, Barbara Neusetzer, in einem Grußwort vor den Delegierten der Haupt-versammlung des Deutschen Apothekertags. ADEXA befürchtet dramatische Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in Apotheken und appelliert dringend an die Bundesregierung, den Gesetzentwurf zu überarbeiten. Wenn die geplanten Einsparungen von 500 Millionen Euro pro Jahr bei den Großhandelsrabatten umgesetzt würden, würden die Pharmahandels-konzerne diese - wie vom Pharmagroßhandel mehrfach angekündigt - komplett an die Apotheken weiterreichen.

Diese Forderung unterstützt auch Martina Klauß, zweite stellvertretende Vorsitzende des AVB und zuständig für Arbeitnehmerangelegenheiten im Apothekerverband Brandenburg.
„Wenn das AMNOG wie derzeit geplant in Kraft tritt, bluten die Apotheken aus. Das würde auch die Mitarbeiter treffen in Form von Stellenkürzungen und Gehaltseinbußen. Wir fordern die Regierung und den Bundestag auf, diesen Raubbau von den Apotheken abzuwenden", so Martina Klauß.
Auch die im AMNOG geplante Änderung der Aut-idem-Regelung bei rabattierten Arznei-mitteln sieht der Apothekerverband Brandenburg kritisch. Wenn per Gesetz festgeschrieben würde, dass sich die wirkstoffgleichen Austauschpräparate nur in einem Anwendungsbereich decken müssen, birgt dies große Risiken für die Patienten. „Es wird dann immer häufiger Fälle geben, wo zum Beispiel eine Frau mit Bluthochdruck ein Präparat erhält, das nur gegen
Prostataleiden zugelassen ist und nur entsprechende Informationen in der Packungsbeilage enthält. Die negativen Folgen für die Therapietreue und den Therapieerfolg können die Apothekenmitarbeiter nicht durch Beratungsgespräche kompensieren", warnt Martina Klauß. Apotheken-Mitarbeiter fordern zudem ein Verbot der Pick-up-Stellen für Arzneimittel.
Klauß: "Eine umfassende Beratung ist nur im persönlichen Gespräch möglich. Patienten die Holschuld in Beratungsfragen zuzuschreiben und eine „Apotheke light" einzuführen, ist der falsche Weg und gefährdet die Arzneimittelsicherheit."

Deutscher Apothekertag in München:
Politiker befürworten sichere Patientenversorgung statt Pick-up-Stellen

Politiker verschiedener Parteien sprachen sich zu Beginn des Deutschen Apothekertages dafür aus, die flächendeckende und sichere Arzneimittelversorgung der Patienten durch inhabergeführte Apotheken zu stärken.
Zugleich wandten sie sich gegen Pick-up-Stellen in Drogeriemärkten oder Tankstellen.
Vor 800 Delegierten und Gästen sprachen zur Eröffnung des Deutschen Apothekertages Bundestagsabgeordnete von CDU/CSU, FDP und Die Linke sowie je ein Vertreter des Frei-staates Bayern und des Bundesministeriums für Gesundheit.
„Wir wollen nach wie vor, dass Pick-up-Stellen verboten werden. Wir wollen gemeinsam
Wege finden, dies umzusetzen", erklärte Johannes Singhammer (CDU/CSU): „Eine Apo-theke ist keine Tankstelle." Erwin Lotter (FDP) verwies auf den bereits in der vorigen Legis-laturperiode von der FDP in den Bundestag eingebrachten Antrag zum Pick-up- Verbot. „Wir engagieren uns seit Jahren für ein flächendeckendes Netz inhabergeführter Apotheken", sagte Martina Bunge (Die Linke). „Starke öffentliche Apotheken kann es nur geben, wenn die Rolle des Apothekers als Heilberufler gestärkt wird", schrieb Frank-Walter Steinmeier (SPD) in seinem Gruß an den Deutschen Apothekertag.
„Ich werde mich nachhaltig dafür einsetzen, dass wir die Pick-up-Stellen wieder abschaffen", sagte Wolfgang Heubisch, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, mit Verweis auf den kürzlich gefassten Beschluss des Bundesrates zum Arznei-mittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG): „Die inhabergeführte Apotheke ist das perfekte Organisationsmodell für die Arzneimittelversorgung." Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, sah sich bei den Pickup-Stellen in Übereinstimmung mit den Apothekern: „‘Apotheke light‘ ist nicht gewollt."

 

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3. Apotheker fürchten Personalengpässe

Deutschlands Apothekenleiter und -mitarbeiter rechnen damit, dass in den kommenden Jahren qualifizierte Arbeitskräfte fehlen werden. Drei von vier Inhabern und zwei von drei Angestellten gehen davon aus, dass es zu einem Mangel an Approbierten kommen wird. Rund 40 Prozent rechnen damit, dass nicht mehr alle freien PTA-Stellen besetzt werden können. Nur bei PKA erwartet die Mehrheit der Branche keine Engpässe. Dies geht aus einer von APOTHEKE ADHOC durchgeführten Umfrage hervor, an der 135 Apothekenmitarbeiter und 123 Inhaber teilgenommen haben.

Bereits heute finden es drei von vier Inhabern nicht leicht, Approbierte zu finden. Nur 10 Prozent sehen keine Probleme. Die Suche nach PTA/Pharmazieingenieuren findet jeder Zweite (54 Prozent) schwierig, 34 Prozent sehen keine Herausforderung. Nur 20 Prozent der Apothekenleiter haben Probleme, eine PKA-Stelle zu besetzen; 58 Prozent halten die Besetzung für einfach. Entsprechend entspannt sieht es für das pharmazeutische Personal aus: 68 Prozent der Apotheker und 46 Prozent der PTA finden in der Regel ohne Probleme eine neue Stelle. Die Fluktuation ist gering: Zwischen 80 und 90 Prozent der Apothekeninhaber suchen seltener als einmal im Jahr nach neuen Kräften.
Vor allem auf dem Land bleiben sich Mitarbeiter und Chefs treu: Nur 3 Prozent der Apothekenbesitzer in ländlichen Gebieten halten mehrfach im Jahr Ausschau nach neuem pharmazeutischen Personal; in Städten suchen 8 Prozent nach Approbierten und 12 Prozent nach PTA, in Großstädten sind es 15 beziehungsweise 23 Prozent.

Die Suche kann dauern: Nur jeder fünfte Apothekenleiter findet innerhalb eines Monats einen neuen Apotheker; in Städten ist es immerhin jeder vierte, in Großstädten jeder dritte. Jeder dritte Chef (35 Prozent) sucht länger als ein halbes Jahr, auf dem Land sind es sogar 69 Prozent. Weniger schwierig sieht die Personalsuche bei den Hilfskräften aus: 41 Prozent der Inhaber besetzen freie PTA-Stellen innerhalb eines Monats, bei PKA sind es sogar 69 Prozent.
Im Flächenland Brandenburg zeichnet sich zunehmend ein Apothekermangel ab. „Im Augenblick ist die Bevölkerung noch gut versorgt, aber der Verkauf von Apotheken ist schon heute sehr schwierig", sagt Michael Klauß, Geschäftsführer des Apothekerverbandes Brandenburg. Vor allem östlich von Berlin sei zudem die Bereitschaft, sich niederzulassen, sehr niedrig. Apothekerverband und Landesapothekerkammer hoffen, mit einem brandenburgischen Universitätsstandort für Pharmazie dem Nachwuchsmangel entgegenwirken zu können.
22 Prozent der Chefs, aber nur 10 Prozent der Angestellten halten die Personaldecke in der Apotheke für großzügig. Ausreichend finden 67 Prozent der Chefs und 52 Prozent der Mitarbeiter den Mitarbeiterbestand. Nur 11 Prozent der Inhaber, aber 38 Prozent der Mitarbeiter denken, dass ihre Apotheke unterbesetzt ist. Trotzdem planen drei von vier Inhabern keine personellen Veränderungen: Jeder Vierte will sich mit einem Apotheker verstärken; über einen Abbau denkt kaum einer nach.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt schlägt sich auch in den Lohnkosten nieder: 74 Prozent der Apothekenleiter zahlen nach eigenen Angaben über Tarif. In 59 Prozent der Apotheken gab es in diesem Jahr Gehaltssteigerungen, in jeder dritten Apotheke wurden 2009 die Löhne erhöht. Allerdings gaben auch 9 Prozent der Mitarbeiter an, vor 2006 ihre letzte Gehaltserhöhung gehabt zu haben. Erfolgsboni zahlen 14 Prozent. Außerdem kommen Apothekenleiter in Deutschland für die Fortbildung ihrer Mitarbeiter (94 Prozent) sowie Arbeitsmaterialien wie Kittel (68 Prozent) auf. Die Kosten für den ÖPNV übernehmen nach eigenen Angaben 12 Prozent der Apothekenleiter, 9 Prozent stellen sogar ein Dienstfahrzeug. Nur 2 Prozent der befragten Chefs bieten nach eigenen Angaben keinerlei zusätzliche Leistungen für ihre Mitarbeiter.

 

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4. Falsche Testsiegel von illegalen Online-Apotheken täuschen Verbraucher

Apotheker warnen vor gefälschten Testsiegeln, die nach Medienberichten illegale Online-Apotheken nutzen, um Verbraucher zu täuschen und zu schaden. „Auch bekannte Testsiegel können von skrupellosen Betrügern im Internet nachgemacht werden", sagt Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände: „Wenn die Kriminellen im Ausland sitzen, haben deutsche Behörden kaum Zugriffsmöglichkeiten. Wer Testsiegel missbraucht, fälscht auch Medikamente und gefährdet damit die Gesundheit und das Leben von Menschen."
„Spiegel Online" und „Die Welt" berichteten zuletzt beispielsweise über das Online- Portal „PillenVZ", wo das bei vielen Verbrauchern bekannte Logo der Stiftung Warentest miss-braucht wurde: Mit Verweis auf „Potenzmittelapotheken im Test, Ausgabe 02/2010" wurde dem Portal angeblich die Note „sehr gut" verliehen. Laut „Spiegel Online" gab das Impressum der Seite eine Adresse in Panama an. Derweil berichtet das internationale Wirt-schaftsmagazin „The Economist" in seiner aktuellen Ausgabe unter der Überschrift „Poison Pills" darüber, dass das Problem der Arzneimittelfälschungen weltweit zunimmt.
„Wer ganz sicher gehen will, keinen Internet-Betrügern aufzusitzen, der sollte einfach in seine Stammapotheke um die Ecke gehen", empfiehlt Dr. Andrea Lorenz, Vorsitzende des AVB. „In der Apotheke vor Ort kennt man sich oft schon jahrelang, so dass Vertrauen ge-wachsen ist. Apothekerkammern und Aufsichtsbehörden kontrollieren regelmäßig, dass alle Standards eingehalten werden."
In Deutschland wird mit 21.500 Apotheken, in denen 147.000 hochqualifizierte Menschen arbeiten, eine flächendeckende, sichere Arzneimittelversorgung gewährleistet.

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5. Arzneimittelreste nicht für Entwicklungsländer spenden

Nicht mehr benötigte Medikamente sollten nicht für Entwicklungsländer gespendet werden. „Arzneimittelreste sind Abfall und müssen entsorgt werden. Sie als Almosen weiterzugeben, ist für die Empfängerländer problematisch", so Frank Fürstenberg, 1. Stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Brandenburg. Das Sammeln, Sortieren und Vernichten von nicht benötigten Altarzneimitteln ist aufwändig und teuer. Der Kauf von Medikamenten in Großpackungen ist im Vergleich dazu wesentlich günstiger. Ulrich Brunner, Vorsitzender des Vereins Apotheker ohne Grenzen e.V.: „Wir lehnen das Sammeln von
Arzneimittelresten aus Haushalten oder von Ärztemustern prinzipiell ab."

Verschiedene Argumente sprechen gegen Arzneimittelspenden: Die Bedürfnisse des jewei-ligen Empfängerlandes müssen im Vordergrund stehen. In tropischen Gebieten leiden die Menschen häufig an Krankheiten wie Malaria oder Tuberkulose, die in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle spielen. Für Medikamente gegen in Deutschland häufige Krankheiten, wie Bluthochdruck oder Diabetes, haben Entwicklungsländer hingegen kaum Bedarf. Ein weiteres Argument gegen Arzneimittelspenden ist, dass diese in Deutsch beschriftet sind - und damit für Menschen in vielen Entwicklungsländer meist unverständlich. Brunner: „Selbst wenn das gespendete Medikament einen benötigten Wirkstoff enthält: Eine wilde Mischung
einzelner Packungen verschiedener Fertigarzneimittel mit unterschiedlichen Namen und in unterschiedlichen Dosierungen stiftet mehr Verwirrung, als dass sie nutzt."
Angebrochene oder bereits verfallene Arzneimittelpackungen sind als Spenden völlig inak-zeptabel. Wer die Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern verbessern will, kann Hilfsorganisationen finanziell unterstützen.

 

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6. BGH setzt Zeichen für Verbraucherschutz und Rechtssicherheit

 Mit seiner Entscheidung vom 9. September 2010, den Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtshöfe des Bundes anzurufen, setzt der Bundesgerichtshof (BGH) ein Zeichen für den Verbraucherschutz und für mehr Rechtssicherheit bei der Anwendung der Arzneimittelpreisverordnung. "Der Gemeinsame Senat kann die Auswüchse bei ausländischen Versandapotheken wieder abstellen und das Urteil des Bundessozialgerichts relativieren", erklärt Michael Klauß, Geschäftsführer des Apothekerverbandes Brandenburg.

2008 hatte das Bundessozialgericht die Arzneimittelpreisverordnung in Bezug auf den Herstellerrabatt auf Deutschland begrenzt. In sechs Parallelverfahren wurden vor dem BGH in Karlsruhe um die Zulässigkeit von Apotheken-Bonussystemen gestritten. Die meisten Vorinstanzen hatten den Klagen vollumfänglich oder im Wesentlichen stattgegeben und die Unzulässigkeit von Bonussystemen in diesen Fällen festgestellt.

Kunden wurden beim Erwerb von rezeptpflichtigen Arzneimitteln durch Rabatte, Gutscheine oder Prämien geködert. Den beklagten Apotheken, zum Teil mit Sitz im Ausland, wurden u.a. Verstöße gegen die Arzneimittelpreisverordnung und das Heilmittelwerbegesetz vorgeworfen.
Die Arzneimittelpreisverordnung reguliert den Preis aller verschreibungspflichtigen Arzneimittel. Der Grundgedanke ist, dass die Patienten das gleiche Arzneimittel in jeder Apotheke zum selben Preis erhalten. Dadurch soll ein kranker Patient sicher sein können, dass seine Notlage nicht ausgenutzt wird. Der Wettbewerb zwischen den Apotheken um die Patienten findet über Qualität, Leistung, Service und Kompetenz statt.
(Quelle: Expopharm Newsletter 20/2010)

 

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Aktuelles

25.09.2017
Mitgliederversammlung wählte Olaf Behrendt zum Vorsitzenden
Die 35. Mitgliederversammlung des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. (AVB) hat am Sonnabend in Nauen einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender des brandenburgischen Apothekerverbandes ist seit dem 23.09.2017 Olaf Behrendt, Kurfürsten-Apotheke in
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07.06.2017
Tag der Apotheke am 7. Juni 2017
Derzeit gibt es gut 20.000 Apotheken in Deutschland. Mit 24 Apotheken auf 100.000 Einwohner liegt die Bundesrepublik zwar unter dem EU-Durchschnitt von 31, aber eine flächendeckende Versorgung zwischen Sylt und Bodensee wird gewährleistet.
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31.03.2017
Apotheker kritisieren Blockadehaltung der Bundes-SPD im Koalitionsausschuss
Der Apothekerverband Brandenburg e.V. (AVB) stellt sich die Frage, welche Interessen die Bundes-SPD mit ihrer Blockadehaltung beim Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eigentlich vertritt. Im Verhandlungsmarathon des Koalitions
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23.12.2016
Apotheken sind immer für Sie da: Dank Nacht- und Notdienst rund um die Uhr – auch an Feiertagen
Die Dienstbereitschaft einer Notdienst-Apotheke dauert grundsätzlich 24 Stunden. Zu den Feiertagen und in den Weihnachtsferien ist die Erreichbarkeit einer Notdienstapotheke zu Hause oder unterwegs besonders wichtig.
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19.12.2016
Apotheken sichern - Patientenschutz stärken
Die Apothekerinnen und Apotheker begrüßen die gemeinsame Position zum Versandhandelsverbot verschreibungspflichtiger Arzneimittel mit dem Landesverband der Freien Berufe Land Brandenburg e.V.
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