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Newsletter 4-2010
Arzneipflanze des Jahres 2011:

Passionsblume (Passiflora incarnata)


Die Passionsblume ist von Würzburger Wissenschaftlern zur "Arzneipflanze des Jahres 2011" gekürt worden. Ihre Extrakte wirkten beruhigend und angstlösend. Zugleich habe sie die wohl schönste Blüte der Welt, urteilte der Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" nach Angaben der Universität. Im Studien-kreis sind Medizinhistoriker, Ärzte, Apotheker und Biologen vertreten. Sie wählen seit 1999 die "Arzneipflanze des Jahres". Das Gewächs soll eine interessante Kultur- und Medizingeschichte aufweisen, seine Wirkung soll erwiesen sein. Das treffe auf die Passiflora incarnata zu. Sie wird bei nervöser Unruhe und leichten Einschlafproblemen eingesetzt.

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1. BUNDESTAG verabschiedet AMNOG

Der Bundestag hat am 11.11.2010 das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) be-schlossen. Bei 583 abgegebenen Stimmen stimmten 314 Parlamentarier mit "Ja", 269 lehnten das Gesetz ab. Die Abstimmung fand namentlich statt.

Der Entschließungsantrag der SPD-Fraktion, wonach das AMNOG komplett abgelehnt werden sollte, wurde mehrheitlich abgelehnt: 203 Abgeordnete stimmten dafür, 316 dagegen bei 64 Enthaltungen.

Trotz Kritik aus der Opposition und Verbänden ist Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) zufrieden: Das Gesetz verfolge drei Ziele: der Pharmaindustrie einen Spar-beitrag abzuverlangen, deren Preismonopol zu brechen und dennoch den Zugang zu bestmöglichen Medikamenten für die Menschen zu sichern. "Alle diese drei Ziele sind zu 100 Prozent erreicht worden", sagte Rösler im Bundestag.

Das AMNOG wurde am 17. Dezember noch einmal im Bundesrat behandelt, ist in der Länderkammer aber nicht zustimmungspflichtig. Das Gesetz trat zum Jahreswechsel in Kraft.

Apotheken und Patienten zahlen die Zeche
Dr. Andrea Lorenz: Regierung vernichtet die Existenz vieler Apotheken

Enttäuscht und wütend reagieren die deutschen Apothekerinnen und Apotheker auf die massiven Einschnitte, die den rund 21.500 Apotheken durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) drohen. Das Gesetz wurde am 11.11.2010 mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP im Bundestag beschlossen.

"Diese Regierung wollte die Versorgung weiterentwickeln und verbessern. Das Ergebnis ist das genaue Gegenteil: Mit diesem Angriff auf die Apotheken wird ein Stützpfeiler der flächendeckenden Gesundheitsversorgung zertrümmert. Ohne Sinn und Verstand für den Nutzen und die Chancen einer heute schon hervorragenden Arzneimittelversorgung durch unabhängige Apotheken setzen CDU, CSU und FDP nun den Raubbau an Apotheken und Patienten fort", sagt Dr. Andrea Lorenz, Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg. "Die Regierung schüttet bei anderen Leistungserbringern das Füllhorn aus. Apotheker und Patienten zahlen die Zeche. Deshalb werden wir Apotheker uns auch in Zukunft gegen diese verantwortungslose und unfaire Politik zur Wehr setzen."

"Der Raubbau an den Apotheken und ihren Mitarbeitern wird zum Gesetz. Die Koalition aus Union und FDP nimmt tausenden Apotheken damit die Luft zum Atmen und bedroht bewusst die hochwertige flächendeckende Arzneimittelversorgung im Land Brandenburg", beklagt Dr. Lorenz. "Viele Apothekerinnen und Apotheker, aber auch die Angestellten und Pharmaziestudierenden sind entsetzt über dieses Gesetz. Schwarz-Gelb ersetzt Folgenabschätzung durch blanken Polit-Populismus."
In vielen Punkten schafft diese Regierung keine Weiterentwicklung der Arzneiversorgung,
sondern ergötzt sich in einem Spardiktat ohne Rücksicht auf diejenigen, die für die Versorgung von täglich rund 4,1 Millionen Menschen einstehen. So wollten CDU, CSU und FDP auch den unkontrollierten Pick-up von Arzneimitteln verbieten - und sind schon an dieser verbraucherschutzpolitischen Hürde gescheitert.
Die Apotheken werden durch die Anhebung des Zwangsrabatts an die Krankenkassen von 1,75 Euro auf 2,05 Euro je Arzneipackung mit etwa 200 Millionen Euro belastet - in der Durchschnittsapotheke bedeutet dies für 2011 und 2012 einen jährlichen Rohertragsverlust von rund 7.500 Euro. Zusätzlich werden die Apotheken durch die Kürzung bzw. den Wegfall der Großhandelsrabatte mit weiteren 200 Millionen Euro zur Kasse gebeten: Der Großhandel will die ihm vom AMNOG auferlegten Sparzwänge direkt an die Apotheken weitergeben. Dr. Lorenz: "Dieses Geld fehlt den Apotheken. Die Regierungsfraktionen greifen damit direkt und erneut den freien Heilberuf des Apothekers an."

AMNOG Kassenabschlag kostet mindestens 7000 Euro

Über die Einsparungen bei Apotheken und Großhändlern wurde lange und erbittert gestritten. Im Gesetzgebungsverfahren zum Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) wurde die Belastung kurzfristig zumindest formal aufgeteilt: Die Apotheken sollen über eine Erhöhung des Kassenabschlags rund 200 Millionen Euro beisteuern, der Großhandel die gleiche Summe über einen Abschlag im kommenden Jahr und ab 2012 über ein neues Vergütungsmodell. Die Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover rechnet derzeit, was das für die Apotheken bedeutet.

Eine typische Apotheke wird demnach im Übergangsjahr 2011 mindestens 7000 Euro Rohertrag verlieren. Sollte der Großhandel wie angekündigt seine Einsparungen an die Apotheken weiterreichen, könnte die Belastung doppelt so groß werden, befürchtet Dr. Frank Diener, Generalbevollmächtigter der Treuhand.

Die Betroffenheit der Apotheken wird Diener zufolge sehr unterschiedlich ausfallen: "Gerade kleinere Apotheken mit wenig OTC-Umsatz haben unter der Reform besonders zu leiden, große Center-Apotheken mit viel Laufkundschaft vergleichsweise weniger", sagte er.
Die individuelle Belastung für ihre Apotheken rechne die Treuhand derzeit aus.

Für viele Apotheken könnte es im kommenden Jahr eng werden: Der Treuhand zufolge schreiben bereits heute rund 7 Prozent der Apotheken rote Zahlen. Das sind fast 1500 Betriebe. 27 Prozent der Apotheken erwirtschaften demnach aktuell ein Betriebsergebnis von weniger als 50.000 Euro jährlich. Bei der ABDA erwartet man allein wegen der Umstellung des Kassenabschlags für 2011 und 2012 einen jährlichen Rohertragsverlust von rund 7500 Euro pro Apotheke.

Bei den Großhändlern greift die eigentliche Reform zwar erst 2012 mit der Umstellung ihrer Vergütung. Doch auch der Abschlag im kommenden Jahr hat seine Tücken: Die Großhändler leisten Krankenkassen und Privatversicherern einen Rabatt von 0,85 Prozent auf den Herstellerabgabepreis. Da ihre eigene Marge aber gesetzlich bei 72 Euro gedeckelt ist, zahlen sie bei Arzneimitteln ab einem Preis von 8470,50 Euro drauf: Ab dieser Schwelle übersteigt der neue Zwangsabschlag das Honorar.

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2. Mehrwertsteuersenkung: Kassen um 600 Mio. Euro entlastbar

Die von den "Wirtschaftsweisen" vorgeschlagene Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16,5 Prozent würde die gesetzlichen Krankenkassen allein bei den Arzneimittelausgaben um 600 Mio. Euro pro Jahr entlasten. Das entspricht 0,1 Beitragssatzpunkten, die die Versicherten weniger an ihre Kassen zahlen müssten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Berechnung der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. 2009 zahlte die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) insgesamt 4,4 Mrd. Euro Mehrwertsteuer auf Arzneimittel an den Finanzminister.

Die "Wirtschaftsweisen" - offiziell: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - schlagen in ihrem neuen Jahresgutachten 2010/2011 vor, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent (Lebensmittel, Tierfutter, usw.) gänzlich abzuschaffen, um mit dem Mehraufkommen den "normalen" Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16,5 Prozent zu senken. Die Experten erhoffen sich davon "erhebliche Vereinfachungseffekte und gleichzeitig Effizienzgewinne".

Bei 16,5 Prozent Mehrwertsteuer hätte die GKV im Jahr 2009 nur 3,8 Mrd. Euro an den Fiskus überweisen müssen - 600 Mio. Euro weniger als mit 19 Prozent Mehrwertsteuer. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres beläuft sich die Mehrwertsteuer auf Arznei-mittel für die GKV bereits auf 3,3 Mrd. Euro. Bei der von den "Wirtschaftsweisen" geforderten 16,5-prozentigen Mehrwertsteuerbelastung hätten die Krankenkassen von Januar bis September 2010 nur etwa 2,9 Mrd. Euro an den Staat bezahlen müssen.

Der Anteil der 21.500 Apotheken mit ihren 147.000 Beschäftigten an den GKV-Arzneimittelausgaben ist geringer als Mehrwertsteueranteil, der an den Staat fließt.

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3. Jedes dritte Medikament wegen Arzneiform beratungsbedürftig

Darf eine Tablette geteilt werden? Wie wird ein Spray richtig inhaliert? Was ist bei einem Wirkstoffpflaster zu beachten? Jedes dritte vom Arzt verschriebene Arzneimittel, Hilfsmittel oder Medizinprodukt (32 Prozent) ist - unabhängig vom Wirkstoff - allein wegen seiner Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Dies hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2009 ermittelt. Die Apotheken gaben im Jahr 2009 insgesamt rund 212 Millionen Packungen besonders beratungsbedürftiger Darreichungsformen an mehr als 33 Millionen GKV-Versicherte ab. Mehr als jeder zweite GKV-Patient, der mit Arzneimitteln versorgt wurde, brauchte mindestens ein solches Präparat.
"Arzneimittel werden oft unterschätzt. Eine Kopfschmerztablette zu schlucken, ist einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren", so Frank Fürstenberg, stellvertretender Vorsitzender Apothekerverbandes Brandenburg. Werden Arzneimittel falsch angewendet oder falsch gelagert, bemerken Patienten dies selbst meist nicht.

Fehlanwendungen können die Wirkung eines Präparats verändern oder zu Nebenwirkungen führen. Fürstenberg: "Damit Medikamente richtig wirken und gut verträglich sind, sollte sich jeder Patient vom Apotheker die richtige Anwendung zeigen oder erklären lassen."
Den größten Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf Tabletten, die grundsätzlich nicht geteilt werden dürfen: 18 Millionen GKV-Versicherte erhielten magen-saftresistent überzogene oder retardierte Tabletten. Auf Platz zwei folgten Medikamente, die gespritzt werden müssen (8 Millionen Patienten). Apotheker informierten über die richtige Anwendung weitere 7 Millionen Patienten, die Augenarzneimittel brauchten, und 6 Millionen Patienten, die ein Medikament inhalierten.

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4. Neben- und Wechselwirkungen können im Alter zunehmen

Ältere Patienten leiden häufiger an arzneimittelbezogenen Problemen wie Neben- oder Wechselwirkungen. Darauf machten Apotheker anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen am ersten Oktober  aufmerksam. Mit dem Alter verändert sich die Verarbeitung von Medikamenten durch den Körper und damit deren Wirkung. Einige rezeptpflichtige Arzneimittel gegen Schmerzen, Schlafstörungen oder Depressionen führen bei älteren Menschen häufiger zu Nebenwirkungen. Der Arzt kann dies bei der Arzneimittelauswahl berücksichtigen. Besonders bei älteren Frauen mit niedrigem Körpergewicht steigt zudem das Risiko für Überdosierungen.
Im Alter werden häufig mehrere Arzneimittel gleichzeitig eingenommen. Wechselwirkungen sind dann nicht immer vermeidbar. Viele Wechselwirkungen lassen sich aber durch die richtige Arzneimittelauswahl oder -einnahme verhindern oder abmildern. Wechselwirkungen sind auch bei der Einnahme rezeptfreier Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel möglich. Beispielsweise können Mineralstoff-Präparate, die von vielen Patienten als harmlos eingestuft werden, die Wirkung verschiedener Medikamente stören. "Nur wenn alle Medikamente einschließlich der Selbstmedikation erfasst sind, kann der Apotheker die relevanten Wechselwirkungen erkennen und in Absprache mit dem Arzt die richtigen Maßnahmen ableiten", so Olaf Behrendt, Mitglied des Vorstandes des Apothekerverbandes Brandenburg.
Wie schwerwiegend ein arzneimittelbezogenes Problem ist und wie es vermieden werden kann, hängt besonders bei älteren Patienten vom Einzelfall ab. "Bei älteren Patienten mit mehreren Krankheiten sollte die Auswahl und die Dosierung aller Medikamente auf den individuellen Patienten abgestimmt sein", empfiehlt  Behrendt. Zusätzlich sollte die gesamte Medikation regelmäßig überprüft werden.

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5. Pharmaziestudium bei Abiturienten sehr beliebt

Das Studienfach Pharmazie ist bei Abiturienten nach wie vor sehr beliebt: Durchschnittlich bewarben sich zum Wintersemester 2010/2011 auf jeden der rund 1.600 Studienplätze 2,4 junge Menschen bei der Zentralstelle für die Vergabestelle von Studienplätzen (ZVS). Bundesweit gibt es derzeit rund 12.500 Pharmaziestudierende an 22 Universitäten. "Wir er-warten, dass der Bedarf an gut ausgebildeten Apothekern in Zukunft weiter ansteigen wird. Angesichts der demografischen Entwicklung werben wir deshalb schon bei den Schülern von heute dafür, in einigen Jahren Pharmazie zu studieren", so Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Pharmazeuten haben hervorragende Berufsaussichten.
Derzeit sind rund 58.000 Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland tätig. Sie arbeiten u.a. in öffentlichen Apotheken, in Krankenhausapotheken oder in der Wissenschaft und Forschung.


Seit Juni 2010 läuft die Nachwuchsoffensive "Achtung ansteckend - studier' Pharmazie". Unter www.studier-pharmazie.de können sich Schülerinnen und Schüler über das Pharmaziestudium informieren und nach Veranstaltungsterminen oder Praktikumsplätzen suchen. Fink: "Das Pharmaziestudium ist anspruchsvoll, aber durch den großen Anteil der praktischen Ausbildung im Labor auch sehr spannend." Das Studium dauert acht Semester, es schließt sich ein einjähriges Praktikum an. Nach diesem Praktikumsjahr können Absolventen die Anerkennung als Apotheker beantragen.
Die starke Nachfrage nach diesen Studienplätzen resultiert auch aus dem guten Image,
das der Apothekerberuf bei Schülern hat. 95 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren bewerten ihn als verantwortungsvoll, ermittelte eine Forsa-Umfrage im Auftrag der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Acht von zehn Jugendlichen sind davon überzeugt, dass der Apothekerberuf auch in Zukunft krisensicher ist.

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6. INTERVIEW WOLFGANG ZÖLLER
"Apotheken-Service ist eine Frage der Einstellung"

Der CSU-Gesundheitsexperte Dr. Wolfgang Zöller ist seit dem Regierungswechsel Patientenbeauftragter der Bundesregierung. In einem Interview mit apotheke-adhoc.de stellte er seine Perspektive auf die Gesundheitspolitik und damit auch auf die Apotheken dar.
So wünscht er noch mehr Beratung in den Apotheken. Im Servicebereich sieht Dr Zöller weiteres Verbesserungspotential - insbesondere auf dem flachen Land. Es gäbe zwar auch Apotheken, die nach Hause liefern, wenn ein Medikament wirklich einmal nicht am Lager ist, aber dieser Lieferservice sollte weiter ausgebaut werden. Service liegt aus Dr. Zöllers Sicht auch an der Einstellung des jeweiligen Apothekers.
Zu viele Apotheken sind seiner Meinung nach nicht am Markt. Zunächst einmal müsste die flächendeckende Versorgung sichergestellt sein. Es wäre schlecht, wenn es nur noch in Ballungsgebieten alle 50 Meter eine Apotheke gäbe und auf dem flachen Land keine. Zur Zeit ist die Versorgung auf dem Land sicher gestellt, aber die Politik sollte aufpassen, dass nicht Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es den Landapotheken künftig noch schwerer macht.
So könnte die ländliche Versorgung nur dann sichergestellt werden, wenn auch die Versicherten verbraucherbewusst handeln. Vergleichbar mit den Tante-Emma-Läden, die es früher in jeder Gemeinde gab, die dann am Ende aber doch den großen Supermärkten weichen mussten, weil die Kunden viele Dinge dort kauften, dürfte man sich nicht wundern, wenn die eine oder andere Landapotheke Probleme bekommt, weil die sogenannten "Rosinen" über den Versandhandel bestellt werden.
Die Idee der Rabattverträge hält Dr. Zöller grundsätzlich für in Ordnung: Besonders hochpreisige Arzneimittel sollten seiner Ansicht nach in Rabattverträgen verhandelt werden. Aber dass sehr viele Kassen alle Arzneimittel in diese Rabattverträge aufgenommen haben, hält er für nicht patientenfreundlich. Hier entscheidet mehr der Kassenvertreter, welches Medikament der Patient bekommt, als der Arzt. Hier wünscht sich Dr. Zöller wieder mehr Therapiefreiheit.

Alternativ hätte man zum Beispiel bei Generika Geld einsparen können, indem man die Festbetragsregelung angewendet hätte. Viel Verunsicherung bei den Patienten hätte bei Nutzung dieser Möglichkeit vermieden werden können.
Quelle: apotheke-adhoc.de, 18. September 2010

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7. Kinder und Jugendliche nicht als Boten in die Apotheke schicken
Botendienst der Apotheken durch AMNOG in Gefahr


Eltern sollten ihre Kinder nicht als Boten in eine Apotheke schicken. Das Gesetz verbietet es Apothekern zwar nicht grundsätzlich, Arzneimittel an Kinder und Jugendliche abzugeben. Gegen den Botendienst spricht jedoch einiges: Auch vermeintlich "harmlose" rezeptfreie Arzneimittel können bei falscher Anwendung der Gesundheit schaden oder werden von Jugendlichen absichtlich missbräuchlich verwendet. "Wie soll ein Apotheker einen erwachsenen Patienten beraten, wenn er mit einem Kind spricht? Kinder können beispielsweise Einnahmehinweise nicht verstehen und deshalb auch nicht ausrichten", gibt Martina Klauß, zweite stellvertretende Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg zu bedenken. Hat der Apotheker Fragen zu anderen Medikamenten des Patienten, um mögliche Wechselwirkungen zu beurteilen, kann ein Kind diese vermutlich nicht beantworten.

Ein anderer Aspekt ist das Missbrauchsrisiko bei Jugendlichen. Verschiedene rezeptfreie Medikamente gegen Husten, Einschlafstörungen oder Allergien werden vor allem von Jugendlichen in hoher Dosierung eingenommen, um Rauschzustände zu erzeugen.

Im Internet kursieren entsprechende Anleitungen zum Missbrauch. Martina Klauß: "Wir Apotheker fragen bei der Abgabe mehrerer Packungen besonders Jugendliche nach dem Verwendungszweck. Da schwindeln Jugendliche mitunter und erzählen von ihren vielen kranken Geschwistern. Aber die Nachfrage des Apothekers ist keine Schikane, sondern trägt dazu bei, Missbrauch zu verhindern." Besteht der Verdacht auf Missbrauch, geben Apotheker keine Arzneimittel ab. In den USA hingegen starben durch die missbräuchliche Einnahme bereits Jugendliche. Dort sind rezeptfreie Arzneimittel in Supermärkten erhältlich. Grundsätzlich geben Apotheker Kindern und Jugendlichen Arzneimittel nur unter großem Vorbehalt mit. Besser ist es, wenn Erwachsene die Medikamente selbst abholen oder einen Erwachsenen um den Botengang zu bitten. Wer auf sich allein gestellt, bettlägerig oder geh-behindert ist, kann in der Apotheke anrufen und einen Botendienst bestellen: Im Einzelfall bringt die Apotheke dringend benötigte Arzneimittel umgehend bis an die Haustür.

  • Botendienst ist eine der Leistungen der Apotheken, die durch das Spargesetz AMNOG in Gefahr ist.

  • Die Herstellung individueller Rezepturen ist eine der Leistungen der Apotheken, die durch das Spargesetz AMNOG in Gefahr ist.

  • Not- und Wochenenddienst sind Leistungen der Apotheken, die durch das Spargesetz AMNOG in Gefahr sind.



Der Apothekerverband Brandenburg wünscht ein glückliches und gesundes neues Jahr!

 

 

 

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Aktuelles

25.09.2017
Mitgliederversammlung wählte Olaf Behrendt zum Vorsitzenden
Die 35. Mitgliederversammlung des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. (AVB) hat am Sonnabend in Nauen einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender des brandenburgischen Apothekerverbandes ist seit dem 23.09.2017 Olaf Behrendt, Kurfürsten-Apotheke in
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07.06.2017
Tag der Apotheke am 7. Juni 2017
Derzeit gibt es gut 20.000 Apotheken in Deutschland. Mit 24 Apotheken auf 100.000 Einwohner liegt die Bundesrepublik zwar unter dem EU-Durchschnitt von 31, aber eine flächendeckende Versorgung zwischen Sylt und Bodensee wird gewährleistet.
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31.03.2017
Apotheker kritisieren Blockadehaltung der Bundes-SPD im Koalitionsausschuss
Der Apothekerverband Brandenburg e.V. (AVB) stellt sich die Frage, welche Interessen die Bundes-SPD mit ihrer Blockadehaltung beim Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eigentlich vertritt. Im Verhandlungsmarathon des Koalitions
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23.12.2016
Apotheken sind immer für Sie da: Dank Nacht- und Notdienst rund um die Uhr – auch an Feiertagen
Die Dienstbereitschaft einer Notdienst-Apotheke dauert grundsätzlich 24 Stunden. Zu den Feiertagen und in den Weihnachtsferien ist die Erreichbarkeit einer Notdienstapotheke zu Hause oder unterwegs besonders wichtig.
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19.12.2016
Apotheken sichern - Patientenschutz stärken
Die Apothekerinnen und Apotheker begrüßen die gemeinsame Position zum Versandhandelsverbot verschreibungspflichtiger Arzneimittel mit dem Landesverband der Freien Berufe Land Brandenburg e.V.
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