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Newsletter 3-2011

Hätten Sie's gewusst?

Brandenburgs Apotheker klärten über die Preisgestaltung bei Arzneimitteln auf

Plakat SahnetorteDass teure Arznei, wenn nicht dem Kranken, dann wenigstens der Apotheke hilft, ist ein weit verbreitetes Vorurteil, das noch dazu falsch ist. Die Vorstellung vom überdurchschnittlich gut verdienenden Pharmazeuten, der den Großteil des Arzneimittelpreises in die eigene Tasche wirtschaftet, hält sich nach wie vor hartnäckig. Da sich Vorurteile aus Unwissen nähren, welches Wurzeln geschlagen hat, reagiert der Apothekerverband Brandenburg (AVB) mit zielgerichteter Information.

In der entsprechenden Kampagne vom Juli 2011 klärte der AVB darüber auf, was die Kosten für Medikamente tatsächlich ausmacht, welchen Anteil Fiskus, Hersteller, und Handel erhalten und welcher Teil tatsächlich in der Apotheke bleibt. Bei einem Gesamtpreis von 100 Euro beträgt letzterer gerade einmal ein Zehntel. Eine Tatsache, die viele Kunden überrascht!

Auf Plakaten, Handzetteln und Infomaterial an den Kassenterminals wurde anhand eines Törtchens erklärt, wie sich der Preis eines 100 Euro teuren Arzneimittels zusammensetzt: Den größten Anteil von 69,55 Euro und damit das Sahnestück erhält die Pharmaindustrie, die Früchte stehen für die Mehrwertsteuer (15,97 Euro), die der Staat einfordert. Für Apotheke (10,31 Euro) und Großhandel (4,17 Euro) bleibt nur der Tortenboden übrig. Diese Tatsache beschreibt das Plakat, das den Titel „Die Wahrheit über Apothekenpreise" trägt, treffend: „Wir bleiben am Boden. Die Früchte und die Sahne bekommen andere."

„Wir können mit der Aktion natürlich nicht tief verwurzelte Vorurteile vollständig abbauen, aber wir konnten aufklären, informieren und Tatsachen plastisch darstellen", erklärt die AVB-Vorsitzende Dr. Andrea Lorenz. Für jede Arzneipackung erhalte die Apotheke 8,10 Euro und 3 Prozent des Einkaufspreises. Davon gehe 2,05 Euro als Zwangsabgabe an die Krankenkasse zurück. Die Vergütung der Apotheken sei trotz gestiegener Lebenshaltungskosten seit dem 01. Januar 2004 unverändert geblieben. Lorenz stellt heraus: „Für dieses Honorar erbringen die Apotheken ihre gesamten Leistungen: Sie beraten, bestellen, lagern, fertigen Rezepturarzneimittel, liefern teilweise nach Hause und leisten Nacht- und Notdienst. Aus dem Honorar muss die Apotheke auch alle weiteren Kosten - unter anderem für Personal und Miete - begleichen."

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