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Newsletter 4-2011

Zukunftskonzept von Ärzten und Apothekern zur Arzneimittelversorgung

Vorhaben ist auf gesetzlichem Weg

Ärzte und Apotheker haben ein Zukunftskonzept für die Arzneimittelversorgung entwickelt. Die gemeinsamen Vorstellungen befinden sich nun auf gesetzlichem Weg. Das im neuen Jahr in Kraft tretende Versorgungsstrukturgesetz (VStG) enthält einen entsprechenden Passus, der die Einführung des Zukunftskonzeptes vorsieht.

 Tablettenbox mit Tageseinteilung
Quelle: Margot Kessler/ pixelio.de

Das Konzept richtet sich an chronisch kranke Patienten, die mindestens fünf Arzneimittel dauerhaft einnehmen. Jeweils ein Arzt und ein Apotheker übernehmen für ein Jahr gemeinsam die Betreuung. Sie erstellen und aktualisieren unter anderem den vollständigen Medikationsplan. Arzneimittelrisiken lassen sich so besser vermeiden.

Neben vereinzelter Kritik durch Krankenkassen wird das Konzept von der Fachöffentlichkeit mehrheitlich positiv beurteilt. Beispielsweise hat die Bundesärztekammer das ABDA/KBV-Konzept ausdrücklich begrüßt. Der geplante Medikationskatalog könne zu mehr Wirtschaftlichkeit beitragen und die Versorgungsqualität verbessern, erklärte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery in einer Pressemeldung.

Der vorgesehene Medikationskatalog ist neben der Wirkstoffverordnung und dem Medikationsmanagement eine der „Säulen", die das ABDA/KBV-Konzept tragen. Das zentrale Ziel des Vorhabens liegt in der gemeinschaftlichen Verbesserung der Arzneimittelversorgung für Patienten durch Ärzte und Apotheker. Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU, betonte in der Diskussion des Bundestages zum Versorgungsstrukturgesetz (VStG) dass, um die Versorgung zu verbessern, die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und anderen Gesundheitsberufen gestärkt werden müsse. „Eine gute Versorgung gibt es nur mit allen Gesundheitsberufen. Dazu gehört auch die bessere Abstimmung zwischen Apothekern und Ärzten", erklärte Spahn weiter. Das Konzept sieht vor, dass der Arzt einen Wirkstoff verordnet, die Stärke, Menge und Darreichungsform bestimmt. Zusammen mit dem Apotheker wird die Gesamtmedikation für den Patienten erfasst und ein Medikationsplan erstellt, der Apotheker wählt die entsprechenden Präparate. So kann bei Änderungen der Medikation oder erstmals auftretenden Problemen in der Arzneimitteltherapie unter Einbeziehung aller verschriebenen Medikamente reagiert und (Wechsel-)Wirkungen aufeinander abgestimmt werden. Denn wie Klaus Theo Schröder, ehemaliger Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums erklärt, können trotz eines guten Standes der Arzneimitteltherapiesicherheit auch in Deutschland bei der medikamentösen Behandlung unerwünschte Arzneimittelwirkungen auftreten, die vermeidbar wären.

Deshalb könnte insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen, die fünf oder mehr Arzneimittel gleichzeitig einnehmen müssen, das Medikationsmanagement eine große Hilfe bedeuten. Grundsätzlich könnten Arzneimittelrisiken vermieden und die Therapietreue gefördert werden. Das würde nicht nur eine Steigerung der Qualität in der patientengerechten Arzneimittelversorgung, sondern auch eine signifikante Kostendämpfung im Bereich der GKV bewirken. ABDA und KBV rechnen langfristig mit zusätzlichen Einsparungen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro.

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