Märkische Apotheke in Königs Wusterhausen Spitzweg-Apotheke in Mittenwalde Apotheke am Markt in Fürstenberg Apotheken-Logo

Frontal 21: Pillen aus dem Internet -
Gefährlicher Missbrauch bei Medikamenten

Der Arzneimittelversand über das Internet kann höchst riskant sein. Davor warnen Apotheker und Apothekerinnen in Deutschland seit Jahren. Jetzt hat auch das TV-Magazin Frontal 21 einen Bericht dazu gebracht.

Jahr für Jahr stellt der Zoll immer mehr gefälschte oder verschreibungspflichtige Medikamente sicher, die bei dubiosen Internet-Apotheken gekauft wurden. In dem Fernsehbeitrag erklärt Wolfgang Schmitz, Sprecher des Zollkriminalamts: "Wir stellen bei unseren Sicherstellungsmengen rasante Entwicklungen im Bereich der Arzneimittelkriminalität fest. Vor fünf Jahren noch 500.000 Tabletten, im vergangenen Jahr waren es bereits zehn Millionen." Diese enorme Entwicklung führt Wolfgang Schmitz auf die ungemein hohen Gewinnspannen um die 700 Prozent zurück, die damit deutlich höher sind als im Drogenhandel und die organisierte Kriminalität auf den Plan gerufen hat.

Wie gefährlich die Arzneimittelfälschungen sein können, erklärt der Pharmakologe Professor Harald Schweim von der Universität Bonn: "Von Verunreinigungen mit Lösungsmitteln über irgendwelche Industriechemikalien, Straßenfarbe, Fußbodenwachs, Haare, Mörtel - was immer sie sich vorstellen können." Und dass diese Präparate auch lebensbedrohliche Folgen haben können, macht das Zentrallabor Deutscher Apotheker deutlich, indem es in einem gefälschten Herzmittel, das wie ein Originalpräparat aussieht, das hochgiftige Schwermetall Quecksilber nachweist.

Frontal 21 warnt in diesem Bericht aber nicht nur vor gefälschten und verunreinigten Arzneimitteln unbekannter Herkunft, sondern zeigt auch auf, wie leicht rezeptpflichtige Medikamente über das Ausland zu beziehen sind: In Großbritannien ist es möglich, über das Internet und einem Online-Arzt ein Online-Rezept zu erhalten, welches dann direkt zu einer Online-Apotheke weitergeleitet wird. Dort werden die entsprechenden Medikamente dann verpackt und zum Patienten verschickt. Und das alles mit behördlichem Segen; auch wenn das Medikament nach Deutschland gesendet wird. In England ist diese Verschreibungspraxis legal und die MHRA, die englische Kontrollbehörde für Arzneimittel und medizinische Einrichtungen, hat deswegen auch keinerlei Einwand, dass deutsche Patienten mit Hilfe solcher Online-Rezepte beliefert werden. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vertritt dagegen die Auffassung, dass auch für Belieferungen aus dem Ausland deutsches Recht maßgeblich und anwendbar ist. Und in Deutschland sind Ferndiagnosen und online ausgestellte Rezepte nicht zulässig und verstoßen gegen geltendes Recht. Zudem dürfen in Deutschland Medikamente nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn diese auch einen deutschsprachigen Beipackzettel haben, was meistens auch nicht der Fall sei.

Angesichts der unterschiedlichen Vorschriften in Großbritannien und in Deutschland lassen sich derartige Geschäftspraktiken erst verbieten, "wenn das einmal durch die Mühlen aller gerichtlicher Instanzen, also notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof getrieben worden ist", fasst Professor Harald Schweim in dem Bericht zusammen. Und da das dauern kann, müsste sich die EU dringend mit diesem Thema auseinander setzen. Denn solange es keine Regelung über die nationalen Grenzen hinweg gibt, wird das schmutzige Geschäft mit gefälschten Medikamenten wohl weiter gehen.

 

Den Beitrag von Frontal 21 vom 28.02.2012 finden Sie hier.


 

Aktuelles

25.09.2017
Mitgliederversammlung wählte Olaf Behrendt zum Vorsitzenden
Die 35. Mitgliederversammlung des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. (AVB) hat am Sonnabend in Nauen einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender des brandenburgischen Apothekerverbandes ist seit dem 23.09.2017 Olaf Behrendt, Kurfürsten-Apotheke in
mehr...

07.06.2017
Tag der Apotheke am 7. Juni 2017
Derzeit gibt es gut 20.000 Apotheken in Deutschland. Mit 24 Apotheken auf 100.000 Einwohner liegt die Bundesrepublik zwar unter dem EU-Durchschnitt von 31, aber eine flächendeckende Versorgung zwischen Sylt und Bodensee wird gewährleistet.
mehr...

31.03.2017
Apotheker kritisieren Blockadehaltung der Bundes-SPD im Koalitionsausschuss
Der Apothekerverband Brandenburg e.V. (AVB) stellt sich die Frage, welche Interessen die Bundes-SPD mit ihrer Blockadehaltung beim Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eigentlich vertritt. Im Verhandlungsmarathon des Koalitions
mehr...

23.12.2016
Apotheken sind immer für Sie da: Dank Nacht- und Notdienst rund um die Uhr – auch an Feiertagen
Die Dienstbereitschaft einer Notdienst-Apotheke dauert grundsätzlich 24 Stunden. Zu den Feiertagen und in den Weihnachtsferien ist die Erreichbarkeit einer Notdienstapotheke zu Hause oder unterwegs besonders wichtig.
mehr...

19.12.2016
Apotheken sichern - Patientenschutz stärken
Die Apothekerinnen und Apotheker begrüßen die gemeinsame Position zum Versandhandelsverbot verschreibungspflichtiger Arzneimittel mit dem Landesverband der Freien Berufe Land Brandenburg e.V.
mehr...