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4. Apotheken informieren:
Eine Aufklärungskampagne zu gängigen Apotheken-Vorurteile

Die Kampagne war gezielt gegen die am häufigsten vorkommenden Vorurteile gerichtet, die in den Medien und der Öffentlichkeit kursieren, um einen Dialog zwischen Patient und Apotheker anzustoßen. Mit Hilfe von Information und Transparenz sollten die Anliegen und Positionen der Apothekerinnen und Apotheker für die vielen Menschen, die täglich in die Apotheken kommen, verständlicher werden und bestehende Falschinformationen ausgeräumt werden.

„Apotheken sind zu teuer" ist eines der bekannten Vorurteile und bildete den Auftakt der Kampagne. Die Handzettel, die in den Apotheken auslagen, beantworteten übersichtlich, klar und anschaulich wie sich die Preise bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln zusammensetzen und welchen Spielraum die Apothekerinnen und Apotheker bei rezeptfreien Medikamenten und dem sogenannten apothekenüblichen Ergänzungssortiment haben.

Der oft formulierte Vorwurf: „Es gibt zu viele Apotheken" war das nächste Thema und setzte sich mit der Frage auseinander was denn zu viel Apotheken konkret bedeutet. Denn bei einer hohen Apothekendichte liegt doch der Vorteil klar auf der Hand: Eine wohnortnahe, schnelle Arzneimittelversorgung mit qualifizierter Beratung bietet auch Lebensqualität. Besonders bei nachlassender Mobilität können sich ältere Menschen so noch besser und länger selbst versorgen. Zudem ermöglicht es ein Mehr an Apotheken dem Patienten, sich die Apotheke herauszusuchen, in der er sich am besten beraten fühlt. Und schließlich spielt die Anzahl der Apotheken für die Kosten im Gesundheitswesen keine Rolle. Denn die Kosten für die Krankenkassen werden von den zu behandelnden Krankheiten und den eingelösten Rezepten verursacht und nicht von der Anzahl der Apotheken.

Ähnlich beantwortet werden konnte auch ein immer wieder vorkommendes Vorurteil, dass „weniger Apotheken weniger Geld kosten" würden. Aber weniger Apotheken führen weder zu geringeren Kosten im Gesundheitswesen noch zu einer Kostenentlastung bei den Krankenkassen. Denn auf die Anzahl der verschreibungspflichtigen Medikamentenpackungen, die zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherer abgerechnet werden, haben die Apothekerinnen und Apotheker keinen Einfluss. Allerdings erspart die Beratung in den Apotheken den Krankenkassen jährlich mehr als 4,2 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie zur Selbstmedikation, durchgeführt vom Institut für Handelsforschung (IfH) im März 2011. Zudem könnten die von den gesetzlichen Krankenkassen geschlossenen Rabattverträge ohne die zahlreichen Beratungsleistungen in den Apotheken überhaupt nicht wirkungsvoll umgesetzt werden. Das pharmazeutische Fachwissen und die Beratung der Patienten zu Arzneimitteln und Medikation trägt mit dazu bei, das Gesundheitssystem zu entlasten. Weniger Apotheken sparen dem Gesundheitssystem kein Geld, verschlechtern aber die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Für viele Menschen sind die Apotheken die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Gesundheit und Selbstmedikation. Ohne Termin stehen in den Apotheken vor Ort kompetente und fachgerechte Arzneimittelberatung zur Verfügung. Bei Gesundheitsfragen vertrauen täglich etwa vier Millionen Menschen in Deutschland auf ihre Apothekerin oder ihren Apotheker. Wie gut, dass es sie „fast an jeder Ecke" gibt.

Mit dem Argument, dass nur wer die Apotheke unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesund führt, handlungsfähig bleiben kann wurde die Kritik „ein Apotheker ist auch nur ein Händler" entkräftet. Zwar ist das besondere Gut Arzneimittel zwar ausschließlich in Apotheken zu erhalten, allerdings macht dies die Apotheke nicht zu einem besonders geschützten Freiraum hinsichtlich wirtschaftlicher Aspekte. Das Einzelhandelsunternehmen Apotheke muss nach den gleichen wirtschaftlichen Kriterien geführt werden, wie andere Unternehmen auch, damit es den Apothekerinnen und Apothekern erlaubt, die benötigten Arzneimittel zu bevorraten, laufende Betriebskosten zu begleichen und dem angestellten Fachpersonal den Lebensunterhalt zu gewährleisten und die Patienten unabhängig, frei und unter den Aspekten des Heilberufes mit den notwendigen Arzneimitteln zu versorgen.

Den Abschluss der Informationskampagne bildete Anfang Dezember das Thema: „Internet ersetzt Apotheken". Allerdings sorgen in den öffentlichen Apotheken nicht nur die kontrollierten Vertriebswege über die Großhändler und zugelassenen Pharmafirmen für die Sicherheit der Arzneimittel, sondern auch die Apothekerinnen und Apotheker selbst. Denn täglich werden in sämtlichen Apotheken in Deutschland Fertigarzneimittel geprüft und Ausgangsstoffe für die in den Apotheken hergestellten Rezepturen labortechnisch überprüft und protokolliert.

Zudem bleibt im Internet so ziemlich alles auf der Strecke, was die Kompetenz einer Apotheke ausmacht: Die persönliche Beratung durch qualifizierte und stetig fortgebildete Heilberufler, die kompetent und unmittelbar - ohne Telefonhotline - beraten, informieren, helfen und täglich im Nacht- und Notdienst für eine sichere Arzneimittelversorgung vor Ort präsent sind.

"Die Apothekerinnen und Apotheker stehen für eine qualitative und nicht für eine quantitative Versorgung", so Olaf Behrendt, 2. Stellvertretender Vorsitzender des AVB. "Zudem werden wir mehrmals am Tag beliefert und können somit die benötigten Arzneimittel in den meisten Fällen noch am selben Tag bereitstellen. Und sollte ein bestimmtes Medikament nicht lieferbar und durch ein anderes zu ersetzen sein, können wir sofort den Patienten informieren und aufklären. Das soll uns der Internetversand erst mal nachmachen."

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