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Das gemeinsame Fortbildungswochenende von Landesapothekerkammer Brandenburg und Apothekerverband Brandenburg e.V. vom 07. bis 09. Juni 2013 in Potsdam stand unter dem Titel "Chronische Erkrankungen bei Kindern".

Fast jedes zehnte Kind ist mittlerweile von einer chronischen Erkrankung betroffen und kann nicht einfach wie ein "kleiner Erwachsener" behandelt werden. Aus diesem Grund widmeten sich die Apothekerinnen und Apotheker bei ihrem diesjährigen Fortbildungswochenende diesem wichtigen Thema und raten zu einem offenen Umgang bei einer chronischen Erkrankung.

Bei Krankheiten, die längerfristig oder lebenslang eine andauernde gesundheitliche Beeinträchtigung verursachen, hat man in der Regel Erwachsene vor Augen. Doch auch Kinder sind betroffen: Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) leidet fast jedes zehnte Kind in Deutschland an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes, Rheuma oder Allergien. Und die Zahl der gesundheitlich beeinträchtigten Kinder nimmt zu. Um das Beratungsangebot für die Betroffenen weiter zu verbessern, veranstalteten die Landesapothekerkammer Brandenburg und der Apothekerverband Brandenburg in diesem Jahr ein Fortbildungswochenende gezielt zum Thema "Chronische Erkrankungen bei Kindern".

Wenn es um gesundheitliche Fragen geht, sind Apotheken mit ihrem niedrigschwelligen Beratungsangebot oftmals die ersten Anlaufstellen. Gerade auch bei chronischen Krankheiten ist es wichtig und von Vorteil, dass diese möglichst frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden, denn damit kann häufig eine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes verhindert werden. Besonders vom kindlichen Körper sind in den Entwicklungsphasen viele Anpassungsprozesse zu leisten, weshalb bei der Behandlung von Kindern auf deren besonderen Organismus und Stoffwechsel eingegangen werden muss. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und brauchen daher eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Therapie.
Eine immer häufiger auftretende Stoffwechselerkrankung im Kindesalter ist Diabetes. Symptome einer diabetischen Erkrankung können unter anderem Abgeschlagenheit, Müdigkeit, vermehrter Harndrang und Durst, Entzündungen, schlechte Wundheilung, sowie Juckreiz sein. Da ein dauerhaft zu hoher Blutzuckerspiegel schwere Organschäden zur Folge haben kann, ist eine frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Therapie äußerst wichtig.

Einen großen Anteil bei den chronischen Erkrankungen im Kindesalter nehmen die Allergien ein. Inzwischen ist fast jedes dritte Schulkind als allergiekrank einzustufen. Zu Allergien zählen Heuschnupfen, Asthma, Nahrungsmittel- und Hausstauballergien. Ist der Zusammenhang zwischen einer Substanz und der allergischen Reaktion offenkundig, kann die Reaktion durch konsequentes Meiden der Substanz verhindert werden und Medikamente wie Antihistaminika helfen, die allergische Reaktion zu unterdrücken.
Auch Rheuma ist keine Frage des Alters: Allein in Deutschland gibt es fast 50.000 Kinder und Jugendliche, die von einer akuten oder chronischen rheumatischen Erkrankung betroffen sind. Die Heilungschancen sind allerdings größer als bei Erwachsenen. Weil Kinder seltener über Schmerzen klagen und stattdessen unbewusst eine Schonhaltung einnehmen, bleibt die Erkrankung jedoch leider oft jahrelang unerkannt.

Die Apotheker im Land Brandenburg appellieren an Familien mit chronisch erkrankten Kindern, offen mit diesem Thema umzugehen. Es ist immer besser, wenn Personen im alltäglichen Umfeld eines betroffenen Kindes über die jeweilige Krankheit informiert sind und wissen, dass z.B. eine Nahrungsmittelallergie der Grund dafür ist, dass das Kind nicht alles essen kann oder dass eine diabetische Erkrankung es notwendig macht, den Blutzuckerspiegel regelmäßig zu kontrollieren und das Spritzen von Insulin notwendig ist, um diesen wieder zu korrigieren. Je detaillierter die Kontaktpersonen eines Kindes informiert sind, umso besser und schneller können diese bei kritischen Situationen, wie einer Unter- oder Überzuckerung bei Diabetes, oder einem anaphylaktischen Schock, als Reaktion bei Allergien, die notwendige Hilfe leisten.

"Dann sind viele Verhaltensweisen eines kranken Kindes auch nicht mehr seltsam und bestimmte Reaktionen können besser verstanden werden, was letztlich auch zu mehr Lebensqualität für das betroffene Kind führt", gibt Dr. Andrea Lorenz, Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg, zu bedenken. "Mit Information, Aufklärung und gezielter medizinischer Hilfe können dann auch chronisch erkrankte Kinder genauso aktiv am Leben teilhaben, wie ihre gesunden Altersgenossen."

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