Robert-Koch-Apotheke in Spremberg Löwenzahn-Apotheke in Templin Aramis-Apotheke in Senftenberg Apotheken-Logo

Apotheker warnen vor Arzneimittelfälschungen aus dem Internet 

Polizei, Zoll, Hersteller und Apotheker arbeiten eng zusammen, um Verbraucher vor Gefahren zu warnen und vor gefälschten Arzneimitteln zu schützen

  

Arzneimittelfälschungen (Bildquelle: ABDA)

Anlässlich des 2. Informationsforums Arzneimittelfälschung in Berlin präsentierten Zollkriminalamt, INTERPOL, Arzneimittelhersteller und Apotheker Inhalte ihrer Zusammenarbeit, um Fälscher zu entlarven und Verbraucher besser zu schützen.

  • 1,4 Millionen gefälschte Tabletten, Pulver und Ampullen im ersten Halbjahr 2013 in Deutschland beschlagnahmt (+ 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr)
  • Gefälschte Medikamente bergen hohe gesundheitliche Risiken 

Fälschungen können lebensgefährlich sein und können meist von Verbrauchern kaum von originalen Arzneimitteln unterschieden werden. Jedes zweite im Internet gekaufte Medikament ist laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Fälschung. Deutsche Zollbehörden haben 1,4 Millionen gefälschter Tabletten, Pulver und Ampullen alleine im ersten Halbjahr 2013 sichergestellt (+ 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). 

Gefälscht werden nicht nur Medikamente gegen Erektionsstörungen, sondern auch Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Magengeschwüren, hohem Cholesterin, Alzheimer, Bluthochdruck, Depression, Rheuma, Malaria oder auch Verhütungsmittel.

Arzneimittelfälschungen können gar keinen, den falschen, zu wenig oder zu viel Wirkstoff enthalten. Sie werden häufig in Hinterhöfen und Garagen unter unhygienischen Bedingungen hergestellt und enthalten oftmals bedenkliche oder giftige Substanzen. 

Zoll und Polizei suchen gezielt nach Fälschungen

"Der illegale Handel mit Arzneimittelfälschungen steigt international stark an und macht einen intensiven Kampf gegen die gewissenlosen Kriminellen notwendig", so Norbert Drude, Präsident Zollkriminalamt. "Das setzt eine enge Kooperation aller Sicherheits- und Gesundheitsbehörden auf nationaler und internationaler Ebene voraus."

Wie groß das Ausmaß des Handels mit illegalen Arzneimitteln konkret ist, hat beispielhaft die diesjährige weltweite Kontrolloperation mit dem Namen PANGEA gezeigt. Bei einer konzertierten Aktion haben Polizei- und Zollbehörden unter der Leitung von INTERPOL vom 18. bis 27. Juni 2013 in 100 Staaten den internationalen Warenverkehr gezielt nach Fälschungen von Arzneimitteln untersucht. 

Die weltweite Aktion führte zur Beschlagnahmung von 9,8 Millionen potenziell gefährlicher Medikamentenfälschungen und 58 Verhaftungen. Mehr als 9.000 Internetseiten, die auf illegale Versandhändler verlinkt hatten, wurden identifiziert und abgeschaltet. 

Verbraucher unterschätzen die Gefahren

"International organisierte kriminelle Fälscher nutzen hauptsächlich das Internet, um Verbraucher zum Kauf von gefälschten Medikamenten zu animieren. Dabei setzen sie Gesundheit und Leben von Menschen aufs Spiel", sagt Rüdiger Klausmann, International Police Organization (INTERPOL). "Verbraucher können wir schützen, indem wir illegale Online-Shops schließen, gefälschte pharmazeutische Produkte konfiszieren und die Kriminellen vor Gericht bringen." 

"Patienten wissen oft nicht, welchen hohen gesundheitlichen Risiken sie sich in Folge einer Bestellung von Medikamenten aus unsicheren Internetquellen aussetzen", sagt Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). "Es wurden mitunter lebensgefährliche Inhaltsstoffe in gefälschten Medikamenten gefunden. Die Arzneimittelkommission rät dringend, keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen im Internet zu kaufen." 

Investitionen in den Arzneimittelvertrieb schützen Patienten und Verbraucher

Arzneimittelhersteller, Apotheker und Großhändler setzen derzeit ihr Wissen und großes Engagement in ein neues Sicherheitssystem ein, mit dem ab 2017 Arzneimittel europaweit vor Abgabe an den Patienten in der Apotheke auf Echtheit geprüft werden können. In Deutschland wird das System securPharm bereits seit Anfang 2013 getestet. Dabei wird auf jeder Medikamentenpackung ein zweidimensionaler sogenannter "Data Matrix Code" aufgedruckt, mit der die Packung eindeutig zurückverfolgt werden kann. 

"Wir müssen sicherstellen, dass Patienten in Europa ihre Medikamente dauerhaft aus sicheren Quellen erhalten", so Richard Bergström, Generaldirektor European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA). "Dafür brauchen wir grenzüberschreitende Systeme und Prozesse, die Fälschungen aus dem Arzneimittelvertrieb verlässlich beseitigen und kriminelle Fälscher aufspüren."

Weitere Informationen bietet die Internetseite der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: www.abda.de

Faktenblatt Arzneimittelfälschungen 2013 

Vorsicht Fälschung - Schutz von Verbrauchern und Patienten

Deutsche Zollbehörden haben im ersten Halbjahr 2013 bereits 1,4 Millionen gefälschter Tabletten, Pulver und Ampullen sichergestellt. Das ist ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Video informiert darüber, wie sich Verbraucher und Patienten vor Medikamentenfälschungen schützen können.

Vorsicht Fälschung - Gemeinsam gegen Medikamentenfälschungen

Verbraucher müssen wachsam sein, wenn sie im Internet Medikamente bestellen. Jedes zweite im Internet gekaufte Medikament ist laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Fälschung. Das Video zeigt anlässlich des 2. Informationsforums Arzneimittelfälschung am 11. September 2013 in Berlin, wie Zollkriminalamt, INTERPOL, Arzneimittelhersteller und Apotheker zusammenarbeiten, um Fälscher zu entlarven und Verbraucher besser zu schützen.

Vorsicht Fälschung - Was sind Fälschungen?

Der Handel mit gefälschten Medikamenten nimmt weiter zu. In Deutschland haben die Zollbehörden im ersten Halbjahr 2013 1,4 Millionen gefälschte Tabletten, Pulver und Ampullen beschlagnahmt. Das Video zeigt an aktuellen Beispielen, wie der Zoll am Flughafen Frankfurt am Main und im dortigen Internationalen Postzentrum gefälschte Medikamente sicher stellt.

Vorsicht Fälschung - Was steckt in gefälschten Medikamenten

"Abnehmen ohne Nebenwirkungen!", "Potenzmittel ohne Rezept!", "Rauchfrei in 10 Tagen!" - so oder so ähnlich werben Medikamentenfälscher im Internet. Der Käufer erleidet nicht nur finanziellen Schaden, sondern geht auch ein gesundheitliches Risiko ein. Dieser Film zeigt, welche gefährlichen Wirkstoffe in Medikamentenfälschungen enthalten sind.

Aktuelles

07.06.2017
Tag der Apotheke am 7. Juni 2017
Derzeit gibt es gut 20.000 Apotheken in Deutschland. Mit 24 Apotheken auf 100.000 Einwohner liegt die Bundesrepublik zwar unter dem EU-Durchschnitt von 31, aber eine flächendeckende Versorgung zwischen Sylt und Bodensee wird gewährleistet.
mehr...

31.03.2017
Apotheker kritisieren Blockadehaltung der Bundes-SPD im Koalitionsausschuss
Der Apothekerverband Brandenburg e.V. (AVB) stellt sich die Frage, welche Interessen die Bundes-SPD mit ihrer Blockadehaltung beim Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eigentlich vertritt. Im Verhandlungsmarathon des Koalitions
mehr...

23.12.2016
Apotheken sind immer für Sie da: Dank Nacht- und Notdienst rund um die Uhr – auch an Feiertagen
Die Dienstbereitschaft einer Notdienst-Apotheke dauert grundsätzlich 24 Stunden. Zu den Feiertagen und in den Weihnachtsferien ist die Erreichbarkeit einer Notdienstapotheke zu Hause oder unterwegs besonders wichtig.
mehr...

19.12.2016
Apotheken sichern - Patientenschutz stärken
Die Apothekerinnen und Apotheker begrüßen die gemeinsame Position zum Versandhandelsverbot verschreibungspflichtiger Arzneimittel mit dem Landesverband der Freien Berufe Land Brandenburg e.V.
mehr...

17.11.2016
Apotheker geben immer weniger Antibiotika ab
In den öffentlichen Apotheken im Land Brandenburg geben die Apothekerinnen und Apotheker immer weniger Antibiotika an ihre Patienten ab: Im Jahr 2015 gut 14 Prozent weniger als noch zehn Jahre zuvor.
mehr...