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Arzneimittelfälschungen in Apotheken verhindern - Maßnahmenpaket für mehr Arzneimittelsicherheit 

Deutschlands Apothekerinnen und Apotheker fordern mehr Transparenz in der Lieferkette von Medikamenten und größere Entscheidungsspielräume in der Offizin, damit die Arzneimittelversorgung auch in Zukunft sicher bleibt.

Über eine Million gefälschte Medikamente beschlagnahmte allein der Zoll in Frankfurt am Main im vergangenen Jahr. Und mit dem rasanten Wachstum von Online-Seiten steigt die Gefahr, dass die Anzahl der Fälschungen und die Menge der geschmuggelten Arzneimittelfälschungen von Jahr zu Jahr ansteigen. Um zu verhindern, dass gefälschte Arzneimittel über die Apotheken in die Hände von Patienten gelangen können, hat die ABDA-Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ein Maßnahmenpaket im Vorfeld des Deutschen Apothekertages 2014 vorgestellt:

Erstens: Wir wollen, dass der Graumarkt für Arzneimittel eingedämmt wird und Schwachstellen im legalen Vertriebsweg zwischen Hersteller und Patient beseitigt werden. Dazu leisten wir mit dem Projekt ‚securPharm' auch einen eigenen Beitrag.

Zweitens: Der Apotheker soll mehr Entscheidungsspielraum bei der Abgabe eines Arzneimittels bekommen. Dazu sollte der Gesetzgeber die verpflichtende Importquote in der GKV-Versorgung streichen.

Und drittens: Wir wollen Hersteller, Großhändler, Parallel-und Reimporteure gerne stärker in die Pflicht nehmen, was die Transparenz der Lieferwege und ihre Verantwortung für die Integrität des Arzneimittels angeht. Es wäre sinnvoll, wenn sie auf Nachfrage der Apotheke einen Herkunftsnachweis vorlegen und importierte Arzneimittel immer einer umfänglichen Laborprüfung unterziehen müssten.

Der Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), Dr. Andreas Kiefer, unterstrich die hohe Sicherheit der heutigen Arzneimittelversorgung, begründete aber zugleich, warum in Zukunft verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen Fälschungen nötig werden: "Wir haben in der jüngsten Vergangenheit eine Reihe von Einzelfällen erlebt, bei denen Fälschungen in Apotheken gelangt sind. Spätestens dort werden sie heute in der Regel erkannt, gemeldet und aus dem Verkehr gezogen. Jeder Verdachtsfall belegt im Grunde erst einmal, dass das derzeitige Überwachungssystem funktioniert. Aber in einer Situation, in der die Fälschungen immer professioneller werden, müssen wir uns natürlich Gedanken darüber machen, wie wir das in Zukunft weiterhin gewährleisten können."

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, wies besonders auf Probleme in der Vertriebskette hin: "Die Vertriebswege, über die Medikamente bewegt werden, sind oft sehr lang und haben viele Zwischenstationen. Je unübersichtlicher der Vertriebsweg und je häufiger die Grenzübertritte von Arzneimitteln, desto eher wird das Einschleusen von Fälschungen möglich." Gerade in diesem Kontext, so Becker weiter, sei es falsch, dass Apotheken eine Importquote erfüllen müssten: "Der Apotheker hat heute zu wenig Spielraum, sich im Rahmen von pharmazeutischen Sicherheitserwägungen im Einzelfall gegen ein Importarzneimittel zu entscheiden. Die Importquote zwingt ihn, mindestens fünf Prozent seines Umsatzes mit importierten Arzneimitteln zu machen. Damit können wir als verantwortliche Berufsgruppe für Arzneimittelsicherheit nicht zufrieden sein. Ein wichtiger Pfeiler sicherer Arzneimittelversorgung ist, dass qualitativ minderwertige oder gefälschte Arzneimittel, die den Therapieerfolg massiv beeinträchtigen und zusätzliche Gesundheitsrisiken bergen können, nicht in die Apotheke oder gar in die Hände von Patienten geraten. Gemeinsam mit der Arzneimittelindustrie und dem Großhandel hat die ABDA daher das Projekt "securPharm" gestartet, mit dem in Zukunft jede einzelne Arzneimittelpackung auf Echtheit geprüft werden kann.

Informationen zum Projekt "securPharm" sind unter www.securpharm.de zu finden. 

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