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19.02.2014

Mit Apothekenbussen torpediert das Wahlprogramm des Landesvorstandes der SPD die funktionierende, flächendeckende Infrastruktur der Arzneimittelversorgung durch Apotheken in Brandenburg

Das gestern von der Brandenburger SPD veröffentlichte Wahlprogramm für die Landtagswahl im September 2014 stellt in einem Brandenburg-Plan 50 Vorhaben der SPD für die nächsten fünf Jahre vor. Vorhaben 39: „Gute Gesundheitsversorgung überall im Land" erläutert die Pläne zur Sicherung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung in Brandenburg. Für die Arzneimittelversorgung der Menschen erklärt die SPD für die nächsten fünf Jahre und darüber hinaus neue Wege beschreiten zu wollen und plant, „die rechtlichen Voraussetzungen dafür [zu] schaffen, dass Apothekenbusse Menschen in abgelegenen Regionen in Zukunft besser mit Medikamenten versorgen können."

Der Vorstand des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. (AVB) erklärt in diesem Zusammenhang explizit, dass es keine Lücken in der derzeitigen Versorgungsstruktur mit Arzneimitteln in Brandenburg gibt und die bestehende Infrastruktur der Apotheken die Versorgung der Menschen in sämtlichen Regionen in Brandenburg gewährleistet und somit den staatlichen Auftrag der Arzneimittelversorgung voll erfüllt. „Im Gegensatz zu anderen Bundesländern, in denen in den letzten Jahren die Apothekendichte abnahm, haben wir in Brandenburg stabile Verhältnisse und sogar den Zuwachs um eine Apotheke im letzten Jahr zu verzeichnen", erklärt Dr. Andrea Lorenz, Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg.

Die Versorgungsstrukturen der Apotheken mit ihren Dienstleistungen sowie mit Rezeptsammelstellen und Bringdiensten erfüllen die Bedürfnisse der Brandenburger Bevölkerung und sorgen für eine zukunftsfähige Arzneimittelversorgung auch in der Fläche. Anstatt die funktionierende Infrastruktur mit neuen, unerprobten Wegen zu unterlaufen, sollten bewährte Strukturen erhalten und ausgebaut werden.

Ein erster Schritt zum Erhalt der erfolgreichen Arzeimittelversorgung war im vergangen Jahr die längst überfällige Honoraranpassung für die Apotheken, die damit seit neun Jahren erstmals wieder Planungssicherheit für die Wirtschaftlichkeit der Apotheken erhielten. An dieser Stelle wünscht sich der Apothekerverband Einsatz der derzeitigen Regierungspartei in Brandenburg für eine angemessene Dynamisierung des Honorars, damit die vorhandenen Apotheken auch zukünftig in der wirtschaftlichen Lage sind, die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Ein zweiter Schritt zur Sicherung der Gesundheitsversorgung war die Honorierung der täglich geleisteten Nacht- und Notdienste. „Das ganze Jahr über stehen qualifizierte Pharmazeutinnen und Pharmazeuten 24 Stunden täglich zur Verfügung, um den Patienten im Notfall zu helfen. Wie sollen Apothekenbusse diesen Versorgungsauftrag übernehmen, wenn die Apotheken vor Ort immer weniger werden?", gibt Andrea Lorenz zu bedenken.

Auch der Vorstand des AVB erkennt den demographischen Wandel als große Herausforderung für die flächendeckende Arzneimittelversorgung. Allerdings anders als die SPD in ihrem Wahlprogramm sieht der AVB die Lösung nicht darin, die Menschen von der gesellschaftlichen Teilhabe abzukoppeln, indem die Arzneimittel nach Hause gebracht werden, sondern vielmehr in der Stärkung der Mobilität der Patienten. Deshalb begrüßt der AVB das seit Ende 2012 bestehende Projekt, kranke Menschen mit Hilfe von Patientenbussen den Arztbesuch zu ermöglichen. Darin sieht der AVB ein durchaus ausbaufähiges Projekt: dass Patienten eigenständig sowohl einen Arzt als auch eine Apotheke aufsuchen können, solange diese in der Lage dazu sind.

Die selbstbestimmte Mobilität von älteren Menschen zu stärken und zu erhöhen um damit die Lebensqualität zu steigern und gesellschaftliches Leben zu ermöglichen ist ein Ziel, das es auszubauen gilt. Denn Patienten, die selbst nicht mehr in der Lage sind, sich zu versorgen, werden in der Regel betreut und mit Hilfe der mobilen Pflegedienste versorgt. Dazu zählt auch die Weiterentwicklung und der Ausbau der Gemeindeschwestern AgnES, wie es das Wahlprogramm durchaus vorsieht.

Zukunftsfähige Versorgungskonzepte sollten den Patienten nicht aus dem Blick verlieren und die Teilhabe an gesellschaftlicher Bezugsnähe möglichst lange aufrecht erhalten. Aus diesem Grund lehnt der Apothekerverband Brandenburg das erklärte Ziel der Brandenburger SPD ab, die rechtlichen Grundlagen durch Änderung bestehender Gesetze für die Einführung von Apothekenbusse schaffen zu wollen. Zudem haben rechtliche Änderungen in der Arzneimittelversorgung auch in den vergangen Jahren nicht zu einer qualitativen Verbesserung gegenüber der bewährten Versorgungsstrukturen geführt. Vielmehr sind weitere Probleme hinzugekommen, wie unter anderem die zahlreichen Arzneimittelfälschungen im Internet belegen. „Der demographische Wandel und die damit verbundenen Konsequenzen müssen durchdacht werden", so Andrea Lorenz, „doch sehen wir die Chancen in den bestehenden Strukturen und deren Ausbau und Anpassung an die Zukunft."

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