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12.06.2012

"Ex und hopp" ist nicht lustig

Seit dieser Woche machen die brandenburgischen Apothekerinnen und Apotheker mit Plakaten und Informationsflyern auf das Problem der Polymedikation aufmerksam: Besonders Patienten über 65 Jahre nehmen ständig mehrere Medikamente ein. In Deutschland sind von der Polymedikation etwa 5,5 Millionen Menschen betroffen. Wie aus dem „Arzneiverordnungsreport 2011" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervorgeht, müssen 42 Prozent von diesen 5,5 Mio. Patienten sogar fünf oder mehr verschiedene Wirkstoffe regelmäßig einnehmen. Zu diesen von Ärzten verordneten Medikamenten kommen häufig noch rezeptfreie Arzneimittel, die gerade von älteren Patienten noch zusätzlich eingenommen werden.

Die von den Patienten konsultierten Ärzte und Fachärzte wissen meist nicht von den Verordnungen der anderen Kollegen und so kann es durchaus zu Doppelverschreibungen kommen. Zudem fühlen sich gerade ältere Menschen durch die zahlreichen und häufig wechselnden Rabattverträge der Krankenkassen verunsichert. Besonders dann, wenn sie immer wieder auf Produkte anderer Hersteller umgestellt werden. Das kann dann durchaus dazu führen, dass die Patienten den Überblick über ihre Medikation verlieren.

„Mit dieser Informationskampagne möchten wir die Menschen, die mehrere Medikamente nehmen müssen, ermuntern, sich in den Apotheken fachlich kompetent beraten zu lassen", so Joachim Lange, Vorstandsmitglied des Apothekerverbandes Brandenburg e.V.."Gerade Patienten mit einer Polymedikation kann es helfen, wenn sie sich eine Apotheke ihres Vertrauens vor Ort suchen, denn mit einer Kundenkarte, auf der sämtliche Medikamente gespeichert sind, können die Apothekerinnen und Apotheker Wechselwirkungen und Doppelverordnungen schnell erkennen und Abhilfe schaffen oder mit den Ärzten Alternativen besprechen."

Die Informationskampagne „Ex und hopp" ist nicht lustig ist die dritte und letzte aus einer Reihe, die seit Anfang des Jahres läuft. Unter dem Motto Wechselwirkungen sind nicht lustig startete die Informationsreihe und klärte darüber auf, dass auch Lebensmittel oder andere Medikamente die Wirkungsweise eines Arzneimittels beeinträchtigen können. Das Problem der genauen Herkunft eines Medikamentes stellte der Slogan Gefälschte Pillen sind nicht lustig in den Mittelpunkt, denn gefälschte Medikamente und unseriöse Vertriebswege schaden der Gesundheit, statt zu helfen.

Entwickelt wurde die Kampagne vom Apothekerverband Hessen e.V. „und wir fanden es wichtig diese zentralen Themen einer sicheren Versorgung mit Arzneimitteln auch den Menschen in Brandenburg nahe zu bringen", so Andrea Lorenz, Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg e.V., „deshalb beschlossen wir, gemeinsam mit der Landesapothekerkammer Brandenburg, diese Informationskampagne durchzuführen."

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