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31.03.2017

Apotheker kritisieren Blockadehaltung der Bundes-SPD im Koalitionsausschuss

Der Apothekerverband Brandenburg e.V. (AVB) stellt sich die Frage, welche Interessen die Bundes-SPD mit ihrer Blockadehaltung beim Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eigentlich vertritt. Im Verhandlungsmarathon des Koalitionsgipfels konnte sich der Koalitionspartner SPD jedenfalls nicht dazu durchringen, die Position der inländischen Apotheken zu stärken und zu sichern. Die Bundes-SPD verhilft somit den ausländischen Versendern, dass diese weiterhin auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung Boni an die Versicherten zahlen können. 

„Mit dieser Haltung verschließen die Bundespolitiker der SPD die Augen vor dem Wohl der Patienten“, meint Dr. Andrea Lorenz, Vorsitzende des AVB. „Denn damit wird die bewährte Versorgung und Beratung gefährdet, die in den Apotheken rund-um-die-Uhr geleistet wird und überall in Deutschland zur Verfügung steht.“ 
Aus Sicht des Apothekerverbandes schafft die Bonifizierung von Arzneimitteln einen Fehlanreiz zulasten der Solidargemeinschaft. Arzneimittel sind Güter besonderer Art. Der Patient, der Medikamente benötigt, befindet sich in einer Situation, die nichts mit klassischen Konsumentscheidungen zu tun hat. Die gesetzliche Preisbindung für Medikamente ist zudem Grundlage für die Vergütung und somit Existenz der Apotheken. Sie ist auch Grundlage für die Finanzierung der Gemeinwohlaufgaben durch die Apotheken. Dazu gehört die Qualitätssicherung durch tägliche Arzneimittelprüfungen genauso wie die individuelle Rezepturherstellung und der Nacht- und Notdienst an 365 Tagen im Jahr. Diese Gemeinwohlaufgaben werden von den ausländischen Versandapotheken nicht geleistet. 

„Die Preisbindung fördert den Wettbewerb um die beste Betreuung des Patienten und sichert die Qualität der Arzneimittelversorgung“, ist Lorenz überzeugt, „und verhindert einen das Versorgungssystem zerstörenden Preiswettbewerb sowie eine Bagatellisierung des Arzneimittels.“

Die Entscheidung der Bundes-SPD, die Arzneimittelversorgung durch Apotheken als weniger Wert zu erachten als die Wettbewerbsvorteile ausländischer Versender, ist nicht nachvollziehbar. Zumal der Bundesrat – und hier mit Stimmen der SPD auch aus dem Land Brandenburg – dem Versandverbot bereits im Vorfeld mit großer Mehrheit zugestimmt hatte. 
 
Auch wenn sich die Position der SPD im Bundestag offensichtlich wesentlich von der Haltung vieler Genossen in den Ländern und Kommunen unterscheidet, werden sich die Apothekerinnen und Apotheker weiter für die Versorgungssicherheit der Patienten einsetzen. „Denn“, so Lorenz, „zu einem guten Gesundheitswesen gehört auch eine umfassende pharmazeutische Betreuung, und die wollen wir auch auf dem Land sichern.“

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Der Apothekerverband Brandenburg e.V. (AVB) vertritt die Interessen der selbst-ständigen Apothekerinnen und Apotheker im Land Brandenburg. Für die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen dieser ApothekerInnen ist der AVB die maßgebliche Organisation auf Landesebene und somit Vertragspartner der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV).
Von den derzeit 575 Apotheken (Stand 03/2017) in Brandenburg sind gut 95 Prozent durch die jeweiligen Inhaberinnen und Inhaber im Apothekerverband Brandenburg e.V. organisiert.
Der AVB ist Mitgliedsorganisation des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) sowie der Bundes-vereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und als Organisation der freiberuflichen Apothekerschaft Mitglied im Landesverband der Freien Berufe Brandenburg e.V. (LFB).

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