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Newsletter 3-2011

Trotz Fachkräftemangel - wer PTA werden will, muss gehen?

Ausbildung Pharmazeutisch-technischer Assistenten in Brandenburg vor dem Aus

Demografischer Wandel, Bevölkerungsschwund und Abwanderung der Jugend - Brandenburg gehen die Fachkräfte aus. Laut einer aktuellen Studie der Landesagentur für Struktur und Arbeit verdient bereits jetzt jeder vierte erwerbsfähige Brandenburger seinen Lebensunterhalt in einem anderen Bundesland. Während brandenburgische Politiker und Kammern reagieren und Rückhol-Programme für gut ausgebildete Landeskinder planen, müssen zukünftige Pharmazie-Fachkräfte um die Möglichkeit der PTA-Ausbildung in ihrer Heimat bangen.

Im Labor.jpgAls bislang einzige Einrichtung in Brandenburg bildet die Schule für Gesundheitsberufe e.V. Eisenhüttenstadt Pharmazeutisch-technische Assistenten aus. Seit 2002 wird die Lehre aus Geldern des europäischen Sozialfonds sowie Mitteln des Landes Brandenburg finanziert. Das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz teilte im April 2011 mit, dass diese Möglichkeit ab Oktober 2011 nicht mehr bestehe. Für den aktuellen Ausbildungsjahrgang hat die Schule den Zuschlag des Landes noch einmal erwirken können. Ab Oktober 2012 ist die Finanzierung jedoch gänzlich ungeklärt.

"Für uns bedeutet das ganz praktisch, dass wir den PTA-Ausbildungsgang schließen müssten. Ich kann hier nur eindringlich an die Politik appellieren, das zu verhindern", sagt Ursula Tielscher, Geschäftsführerin und Leiterin der Schule für Gesundheitsberufe e.V. Sie fordert vor allem eine klare Positionierung des Landes: „Wollen wir diese Ausbildung in Brandenburg oder wollen wir sie nicht?" Sie wünscht sich, dass sich die verantwortlichen Entscheidungsträger aller Seiten schnellstmöglich zusammensetzen, um gemeinsam mögliche Lösungsansätze zu definieren.

Auch Michael Klauß, Geschäftsführer des Apothekerverband Brandenburg (AVB), sieht die Situation kritisch: „Die Absolventen der Schule für Gesundheitsberufe sind eine feste Säule für uns als Apothekerverband. Mit einem Wegfall der Ausbildung würde eine nicht zu schließende Lücke entstehen, die noch dazu viele Bemühungen der Landespolitik konterkariert."

Bereits in der Fachkräftestudie Berlin Brandenburg vom Februar 2010, die im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASF) sowie der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales durchgeführt worden ist, wurde der Fachkräftemangel für den Bereich Pharmazie als ein flächendeckendes Problem prognostiziert sowie dringender Handlungsbedarf beschieden. Außerdem wurde erklärt, dass bei stetig sinkender Fachkräftezahl es immer bedeutsamer würde, Nachwuchs selbst zu qualifizieren und frühzeitig an sich zu binden.

Demzufolge scheint unumstritten, dass eine gute Ausbildung zu den wichtigsten Instrumenten der Nachwuchssicherung gehört. Umso bedauerlicher, dass Zeit und Geld in die Planung aufwändiger Rückhol-Aktionen gesteckt wird, statt in den quantitativen und qualitativen Ausbau der Erstausbildung in Brandenburg zu investieren.

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