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15.11.2010

AMNOG Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz verabschiedet

Potsdam, 12. Nov. 2010 - Zum gestern verabschiedeten Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) nimmt der Apothekerverband Brandenburg Stellung:

Die Apothekerschaft im Land Brandenburg ist mit den Regelungen des gestern im Bundestag verabschiedeten Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes AMNOG unzufrieden.

Die Regierungsparteien und allen voran das Bundesgesundheitsministerium nehmen vielen Apotheken mit dem AMNOG die Luft zum Atmen und stellen damit die hohe Servicequalität in Frage. Während eine unabhängige Schiedsstelle noch vor wenigen Monaten die stark steigenden Belastungen für die Apotheken anerkannten, soll dies nun Makulatur sein. So wird der Zwangsrabatt an die Krankenkassen von 1,75 Euro auf 2,05 Euro angehoben - und dies bei stagnierendem Honorar. Damit werden die Apotheken in den Jahren 2011 und 2012 mit rund 400 Millionen Euro zusätzlich belastet. Überdies sollen Apotheken auch in Zukunft das Insolvenzrisiko beim Herstellerabschlag tragen. Die Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg Dr. Andrea Lorenz beklagt: „Hier wird mit Millionen jongliert, während für diejenigen, die für die Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln verantwortlich sind, mehr als 10.000 Euro Rohertragsverlust das Ende der heilberuflichen Existenz bedeuten können. Ein Apothekensterben im Flächenland Brandenburg ist nicht auszuschließen."

Dr. Andrea Lorenz sagt: „Die Apotheken sind bereit, finanziell Verantwortung im System zu übernehmen, z.B. bei der beratungsintensiven Umsetzung der Rabattverträge. Doch muss klar sein, dass weder die Apotheken, noch deren Mitarbeiter für die Situation der Krankenkassen auch nur ansatzweise verantwortlich sind. Der Einsatz der hoch qualifizierten Apothekenteams als integraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung wird immer noch nicht hinreichend gewürdigt."

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Apotheken erwarten mehr Fairness und mehr Zuver-lässigkeit: Auf Apotheken entfallen nur 2,6 Prozent der GKV-Ausgaben. Rund 140.000

Menschen, 85 Prozent davon Frauen, arbeiten in den rund 21.500 Apotheken bundesweit. Sie sind das Rückgrat für die Arzneimittelversorgung von täglich 4,1 Millionen Menschen. Heute noch flächendeckend, an 365 Tagen im Jahr, nachts und an Wochenenden.

Die Herstellung individueller Rezepturen ist eine der Leistungen der Apotheken, die durch das Spargesetz AMNOG in Gefahr ist.

Botendienst ist eine der Leistungen der Apotheken, die durch das Spargesetz AMNOG in Gefahr ist.

Not- und Wochenenddienst sind Leistungen der Apotheken, die durch das Spargesetz AMNOG in Gefahr sind.

Vortrag AMNOG

Kontakt:

Apothekerverband Brandenburg
Dr. Andrea Lorenz
Vorsitzende
Havel-Apotheke
Tel: 03327/45710

14542 Werder

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