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27.01.2014

Apothekerinnen und Apotheker warnen vor Arzneimittelfälschungen aus dem Internet.

Ab dem 28.01.2014 wird vor dem Landgericht Potsdam das bandenmäßige Handeln über eine illegale Internetplattform mit nicht zugelassenen Arzneimitteln verhandelt.

Polizei, Zoll, Hersteller und Apotheker arbeiten eng zusammen, um Verbraucher vor gefälschten Arzneimitteln zu schützen und werden nicht müde, vor den Gefahren von Arzneimitteln aus illegalen Internetquellen zu warnen.

Aktueller Anlass ist der Prozessbeginn vor dem Landgericht Potsdam am 28.01.2014 gegen eine Gruppe von acht Personen, denen der betrugsmäßige Handel mit gefälschten Arzneimitteln vorgeworfen wird. Angeklagt wegen "Betrug als Mitglied einer Bande" ist eine Gruppe von sieben Männern, zwischen 30 und 52 Jahre alt, und eine 66-jährige Frau, die gemeinsam im Potsdamer Raum in den Jahren 2008 bis 2011 mit dem Vertrieb von nicht zugelassenen Arzneimitteln, insbesondere Potenz- und Schlankheitsmitteln, über einen illegalen Internethandel insgesamt etwa 21 Mio. Euro umgesetzt zu haben.

Bereits bei dem 2. Informationsforum Arzneimittelfälschung im Herbst 2013 in Berlin präsentierten Zollkriminalamt, INTERPOL, Arzneimittelhersteller und Apotheker Inhalte ihrer Zusammenarbeit, um Fälscher zu entlarven und Verbraucher besser zu schützen:

Fälschungen können lebensgefährlich sein und sind meist von Verbrauchern kaum von originalen Arzneimitteln zu unterscheiden. Arzneimittelfälschungen können gar keinen, den falschen, zu wenig oder zu viel Wirkstoff enthalten. Sie werden häufig in Hinterhöfen und Garagen unter unhygienischen Bedingungen hergestellt.

Jedes zweite im Internet gekaufte Medikament ist laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Fälschung. Deutsche Zollbehörden haben 1,4 Millionen gefälschter Tabletten, Pulver und Ampullen alleine im ersten Halbjahr 2013 sichergestellt (+ 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

Gefälscht werden nicht nur Medikamente gegen Erektionsstörungen, sondern auch Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Magengeschwüren, zu hohen Cholesterinwerten, Alzheimer, Bluthochdruck, Depression, Rheuma, Malaria oder auch Verhütungsmittel.

Zoll und Polizei suchen gezielt nach Fälschungen

„Der illegale Handel mit Arzneimittelfälschungen steigt international stark an und macht einen intensiven Kampf gegen die gewissenlosen Kriminellen notwendig“, so Norbert Drude, Präsident des Zollkriminalamtes. „Das setzt eine enge Kooperation aller Sicherheits- und Gesundheitsbehörden auf nationaler und internationaler Ebene voraus.“

Wie groß das Ausmaß des Handels mit illegalen Arzneimitteln konkret ist, hat beispielhaft die letztjährige weltweite Kontrolloperation mit dem Namen PANGEA gezeigt. Bei einer konzertierten Aktion haben Polizei- und Zollbehörden unter der Leitung von INTERPOL vom 18. bis 27. Juni 2013 in 100 Staaten den internationalen Warenverkehr gezielt nach Fälschungen von Arzneimitteln untersucht.

Die weltweite Aktion führte zur Beschlagnahmung von 9,8 Millionen potenziell gefährlicher Medikamentenfälschungen und 58 Verhaftungen. Mehr als 9.000 Internetseiten, die auf illegale Versandhändler verlinkt hatten, wurden identifiziert und abgeschaltet.

Verbraucher unterschätzen die Gefahren

„International organisierte kriminelle Fälscher nutzen hauptsächlich das Internet, um Verbraucher zum Kauf von gefälschten Medikamenten zu animieren. Dabei setzen sie Gesundheit und Leben von Menschen aufs Spiel“, sagt Rüdiger Klausmann, International Police Organization (INTERPOL). „Verbraucher können wir schützen, indem wir illegale Online-Shops schließen, gefälschte pharmazeutische Produkte konfiszieren und die Kriminellen vor Gericht bringen.“

„Patienten wissen oft nicht, welchen hohen gesundheitlichen Risiken sie sich in Folge einer Bestellung von Medikamenten aus unsicheren Internetquellen aussetzen“, sagt Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). „Es

wurden mitunter lebensgefährliche Inhaltsstoffe in gefälschten Medikamenten gefunden. Die Arzneimittelkommission rät dringend, keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen im Internet zu kaufen.“

Investitionen in den Arzneimittelvertrieb schützen Patienten und Verbraucher

Arzneimittelhersteller, Apotheker und Großhändler setzen derzeit ihr Wissen und großes Engagement in ein neues Sicherheitssystem ein, mit dem ab 2017 Arzneimittel europaweit vor Abgabe an den Patienten in der Apotheke auf Echtheit geprüft werden können. In Deutschland wird das System securPharm bereits seit Anfang 2013 getestet. Dabei wird auf jeder Medikamentenpackung ein zweidimensionaler sogenannter „Data Matrix Code“ aufgedruckt, mit dem die Packung eindeutig zurückverfolgt werden kann.

Sicherheit vor Ort - die Apotheke

Gerade die Arzneimittelsicherheit ist über den Vertriebsweg Internet oftmals nicht gewährleistet und kann zu einem großen Risiko werden. Aus diesem Grund raten Apothekerinnen und Apotheker auf die heilberufliche Beratung und Kompetenz sowie die Zuverlässigkeit und Sicherheit der wohnortnahen Apotheke zu vertrauen.

Für die Sicherheit der Arzneimittel in den öffentlichen Apotheken sorgen nicht nur die kontrollierten Vertriebswege über die Großhändler und zugelassenen Pharmahändler, sondern auch die Apothekerinnen und Apotheker selbst. Denn täglich werden in sämtlichen Apotheken in Deutschland Fertigarzneimittel überprüft und Ausgangsstoffe, für die in den Apotheken hergestellten Rezepturen, labortechnisch geprüft und protokolliert. Das pharmazeutische Personal ist hoch qualifiziert und bildet sich regelmäßig fort. Außerdem stehen die Heilberufler 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr im Nacht- und Notdienst für eine sichere Arzneimittelversorgung direkt vor Ort bereit.

 

Weitere Informationen bietet die Internetseite der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: www.abda.de

[PDF-Datei] Faktenblatt Arzneimittelfälschungen 2013

[Video] Vorsicht Fälschung - Schutz von Verbrauchern und Patienten

Deutsche Zollbehörden haben im ersten Halbjahr 2013 bereits 1,4 Millionen gefälschter Tabletten, Pulver und Ampullen sichergestellt. Das ist ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Video informiert darüber, wie sich Verbraucher und Patienten vor Medikamentenfälschungen schützen können.

[Video] Vorsicht Fälschung - Gemeinsam gegen Medikamentenfälschungen

Verbraucher müssen wachsam sein, wenn sie im Internet Medikamente bestellen. Jedes zweite im Internet gekaufte Medikament ist laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Fälschung. Das Video zeigt anlässlich des 2. Informationsforums Arzneimittelfälschung am 11. September 2013 in Berlin, wie Zollkriminalamt, INTERPOL, Arzneimittelhersteller und Apotheker zusammenarbeiten, um Fälscher zu entlarven und Verbraucher besser zu schützen.

[Video] Vorsicht Fälschung - Was sind Fälschungen?

Der Handel mit gefälschten Medikamenten nimmt weiter zu. In Deutschland haben die Zollbehörden im ersten Halbjahr 2013 1,4 Millionen gefälschte Tabletten, Pulver und Ampullen beschlagnahmt. Das Video zeigt an aktuellen Beispielen, wie der Zoll am Flughafen Frankfurt am Main und im dortigen Internationalen Postzentrum gefälschte Medikamente sicher stellt.

[Video] Vorsicht Fälschung - Was steckt in gefälschten Medikamenten

„Abnehmen ohne Nebenwirkungen!“, „Potenzmittel ohne Rezept!“, „Rauchfrei in 10 Tagen!“ – so oder so ähnlich werben Medikamentenfälscher im Internet. Der Käufer erleidet nicht nur finanziellen Schaden, sondern geht auch ein gesundheitliches Risiko ein. Dieser Film zeigt, welche gefährlichen Wirkstoffe in Medikamentenfälschungen enthalten sind.

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