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01.12.2006

Notbetrieb wegen Protesttag

Am kommenden Montag wird in den meisten Apotheken im Land Brandenburg nur ein Notbetrieb gefahren. Viele werden an diesem Tag ganz geschlossen sein. Damit wollen die Apotheker und ihre Mitarbeiter gegen die fatalen Auswirkungen der Gesundheitsreform protestieren. „Die Reform löst kein einziges Problem des Gesundheitswesens. Wenn wir uns jetzt nicht wehren, werden Versorgungslücken im Flächenland Brandenburg nicht nur Ausnahme, sondern Alltag sein", erklärte Dr. Andrea Lorenz, Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg. Deshalb machen die Apotheker in einer gemeinsamen Aktion mit Ärzten, Zahnärzten und anderen Heilberuflern auf die Auswirkungen des geplanten Wettbewerbsstärkungsgesetzes für die Patienten aufmerksam. Die Versorgung der Patienten wird über die notdienstbereiten Apotheken sichergestellt.

„Wir fordern im Sinne unserer Patienten dringend die Nachbesserung des Gesetzentwurfes", sagte Lorenz weiter. Auf dem Spiel stehe die flächendeckende Arzneimittelversorgung und Hunderte von Arbeitsplätzen. Das heutige Apotheken-System sichere unabhängige Beratung und eine flächendeckende Versorgung, was Nacht- und Wochenendbereitschaft einschließe. Lorenz kritisierte, dass künftig die pharmazeutische Betreuung kranker Menschen nicht mehr die zentrale Aufgabe von Apothekern sein soll. „Wer wegen des mit dem Gesetz ausgelösten Preiskampfes in erste Linie um Preise und Rabatte feilschen muss, hat kaum noch Zeit für eine umfassende Beratung. Eine solche Systemumstellung wäre das Gegenteil einer hochwertigen und am Schutz des Patienten orientierten Arzneimittelversorgung", so Lorenz. „Wir müssen jetzt handeln, um die Reform zu stoppen!"

Am Montag wird es kaum eine normale Arzneimittelausgabe in brandenburgischen Apotheken geben. Die Notbesetzung wird viel zu tun haben. Entweder erhalten die Patienten ihre Medikamente nur durch die Notdienstklappe oder in den Apotheken sind einzelne Verkaufsplätze gesperrt. In vielen Orten sind die Apotheken ganz geschlossen, nur die Notdienstversorgung ist gesichert. „Die für die Patienten erlebten Einschränkungen sollen aufzeigen, dass dies in Zukunft immer mehr die Regel werden könnte", sagte die Verbandsvorsitzende, die die Patienten um Verständnis bittet. „An diesem Tag wird Ihnen einiges zugemutet werden, Wartezeiten, fehlender Service. Doch dies geschieht nur, um Ihnen die gewohnten und wichtigen Vorteile Ihrer Apotheke auch in Zukunft sichern zu können", so Lorenz. ++

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Ansprechpartner für weitere Informationen:

 

Apothekerverband Brandenburg e. V.
Michael Klauß, Geschäftsführer

Am Buchhorst 18
14478 Potsdam

Tel.: 0331 / 88865-0
Fax: 0331 / 88865-40,

E-Mail: info@avb-brb.de
Internet: www.avb-brb.de

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