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Newsletter 2-2011

Apotheken drohen Einbußen von 35 Prozent

Staatssekretärin Flach macht Zugeständnisse

Es ist ein Spiel mit dem Verbraucher. Das Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG) zwingt die Apotheken in Deutschland zu unliebsamen Sparmaßnahmen, die schlussendlich den Patienten belasten werden. Eine flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln wird gefährdet.

Am 1. Januar wurde der Zwangsabschlag der Apotheken an die Krankenkassen von 1,75 Euro auf 2,05 Euro je Packung angehoben. Diese Änderung gilt vorerst für die Jahre 2011 und 2012. Die vom Pharmagroßhandel zu leistenden zusätzlichen Sparbeiträge werden nach aktuellen Marktzahlen durch die Großhändler umfassend an die Apotheken durchgereicht. Diese Doppelbelastung können die Apotheken nicht ausreichend ausgleichen. Umsatzeinbußen von bis zu 35 Prozent werden erwartet. Vielen Apotheken droht die Insolvenz.

Ulrike Flach Ulrike Flach (FDP), seit Mai 2011 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit
Abhilfe verspricht die neue Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium Ulrike Flach (FDP). Gegenüber dem Deutschen Apothekerverband (DAV) äußerte sie sich Anfang Mai beim Wirtschaftsforum in Potsdam besorgt um die Entwicklung der deutschen Apotheken und stellte eine Absenkung des Zwangsabschlags an die Krankenkassen für das kommende Jahr in Aussicht. Der DAV-Vorsitzende Fritz Becker begrüßte diese Aussage der Staatssekretärin. Die Belastungen und Einsparungen der Apotheken seien auch politisch nicht gewollt.

Michael Klauß, Geschäftsführer des Apothekerverbandes Brandenburg, schöpft durch die jüngsten Äußerungen von Staatssekretärin Ulrike Flach neue Hoffnung. „Auch in Brandenburg spüren wir die Auswirkungen des Arzneimittelneuordnungsgesetzes. Lange halten unsere Apotheken den Spardruck nicht mehr aus. Eine Entspannung der Lage ist dringend nötig. Wir werden Frau Flach beim Wort nehmen“, erklärte Klauß.

 

Gerade in Brandenburg könnte der Sparzwang verheerende Folgen haben. Die Infrastruktur im ländlichen Raum ist oft nicht ausreichend ausgeprägt. Gerade ältere Patienten leben auf dem Land und müssen weite Wege zur nächsten Stadt und damit zur nächsten Apotheke zurücklegen. Klauß sieht in den kommenden Jahren eine Verschlechterung dieser Situation, sollte politisch nicht eingelenkt werden.

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