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Newsletter 2-2011

Abwärtstrend

Apotheken ächzen unter Sparzwängen – Lösungsvorschläge werden abgelehnt


Noch immer hält sich in der öffentlichen Meinung das Gerücht, dass Apotheker eine verwöhnte Berufsgruppe im Gesundheitswesen sind. Die aktuellen Zahlen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) sprechen jedoch eine deutliche Sprache. Im vergangenen Jahr haben die Apotheken-schließungen zugenommen. Zugleich ging die Zahl der Neueröffnungen stark zurück. Damit verstetigt sich ein Trend. Bereits im Jahr zuvor musste eine negative Bilanz gezogen werden. In der Betrachtung einzelner Schließungen fällt auf, dass die Größe einer Apotheke nicht entscheidend ist. Die wirtschaftliche Situation hat sich gleichermaßen in Stadt- und Landapotheken verschlechtert.

Neben der im Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG)  geregelten Zwangsabgabe von 2,05 Euro je Packung an die Krankenkassen sei auch der Aufwand, beispielsweise bei der Abgabe von Generika, gestiegen. Allein hierfür wird ein Einnahmeverlust von fünf Prozent vermutet. Gleichzeitig steigen die Tarifgehälter für Angestellte um zwei Prozent. Auch der Pharmagroßhandel wurde vom Gesetzgeber zu Sparmaßnahmen gezwungen, die sich ebenfalls auf die Einkaufskonditionen der Apotheken auswirken.

Geld Quelle: pixelio.de

In der Summe sind die Belastungen durch die Sparzwänge für viele Apotheken nicht mehr zu kompensieren. 85 Prozent der deutschen Apotheker erwarten auch dieses Jahr eine deutliche Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Die Mehrheit der Apotheker gab an, dass durch die neue betriebswirtschaftliche Situation heilberufliche Aspekte des Berufes in den Hintergrund treten müssten.

Auf der Suche nach Lösungen für die angespannte Situation, wurde ein Medikationsmanagement vorgeschlagen. Der Deutsche Apothekerverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung erarbeiten ein gemeinsames Konzept, dass ein Medikationsplan für Patienten mit viel einzunehmenden Medikamenten vorsieht. Unter Aufsicht von Ärzten und Apothekern soll dieser Plan helfen, Wechselwirkungen verschiedener Wirkstoffe zu vermeiden. Angesichts der demografischen Entwicklung und der hohen Medikation im Alter ist dieser Vorschlag ein Weg, auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen und zudem Geld zu sparen. Kassen und Patienten würden gleichermaßen profitieren. Im Gegenzug verlangen die Apotheken und Ärzte ein entsprechendes Honorar von den Kassen, die das Konzept jedoch vorerst ablehnten.

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