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Newsletter 4-2011

Apothekerverband: Keine „Apotheke light"

Apothekenbetriebsordnung wird überarbeitet

Die Apothekenbetriebsordnung wird gegenwärtig überarbeitet. Das „Grundgesetz" der deutschen Apotheken soll im kommenden Jahr zahlreiche Veränderungen erfahren. Einige der derzeitigen Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums im Entwurf der neuen Verordnung haben bei den Apothekern heftige Kritik ausgelöst.

Was von der schwarz-gelben Regierung als Erleichterung verstanden wird, kommt für die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) einer Degenerierung der Apotheke gleich. Auch der Apothekerverband Brandenburg (AVB) lehnt die Möglichkeit für Inhaber von Filialverbünden, einzelne oder mehrere Betriebsstätten mit reduzierter Ausstattung und eingeschränktem Dienstleistungsspektrum zu betreiben, vehement ab. Für die Vorstandsvorsitzende des AVB, Dr. Andrea Lorenz, entspricht das einem „Sich-Raushalten aus unbequemen pharmazeutischen Aufgaben", das bislang nur Versandapotheken vorbehalten war. „Was beim Labor noch nachvollziehbar und vergleichsweise harmlos anmutet, hat bei der Übernahme von Notdiensten direkten Einfluss auf die Versicherten." Die Versorgungsdichte werde nicht insgesamt schlechter, wohl aber räumlich konzentrierter, da sich Versorgungsschwerpunkte bildeten, erklärt Lorenz. Sie warnt vor einen drohenden Vertrauensverlust in die Institution Apotheke. Die deutschen Apothekerverbände verweisen einstimmig darauf, dass die Unterstützung von Filialverbünden im Widerspruch zum erklärten Ziel der Novellierung, die Versorgung im Nahbereich der Apotheken zu verbessern, steht.

 Richterhammer
 Thorben Wenger/ pixelio.de

Für viele ist die Bevorzugung von Apotheken mit herabgestuftem Standard ein großer Rückschritt. Filialen ohne Labor und Rezeptur würden zu »Apotheken light« und Apothekenbesitzer, die Filialapotheken mit dem vollen Repertoire an pharmazeutischen Tätigkeiten weiterführen wollen, durch zusätzliche Kosten bestraft. Laut ABDA würden mit der vorgesehenen generalisierenden Regelung im Extremfall drei Viertel aller in Deutschland betriebenen Apotheken in ihrer Leistungsfähigkeit zum Nachteil der Patienten eingeschränkt, ohne dass ein „lösungsbedürftiges Problem" der bestehenden Versorgung durch Apotheken mit vollständiger Ausstattung und umfassendem Angebot erkennbar wäre.

Auch Hochschullehrer der Freien Universität Berlin sprechen sich gegen eine „Apotheke light" aus. Für sie sei das ein „Widerspruch zu einem qualitativ hochwertigen, naturwissenschaftlich ausgerichteten Hochschulstudium der Pharmazie" berichtet die Pharmazeutische Zeitung.

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